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Jessica Hennig

SPD 3:54 min Sitzungen 23/31

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Eine verlässliche Hebammenversorgung ist keine Nebensache. Hebammen begleiten Frauen in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett. Sie geben Sicherheit und beraten die jungen Familien. Das hat Frau Christ schon gesagt, sie hat es selber durchgemacht, ich habe es selber durchgemacht. Und viele andere Abgeordnete haben in den letzten Monaten auch diese Erfahrung gemacht. Deshalb muss es unser Anspruch sein, dass jede Frau und jede Familie, die eine Hebamme braucht, soll sie auch bekommen, unabhängig davon, wo sie in Hamburg lebt. Dass das aber nicht der Fall ist, hat bereits der Gesundheitsbericht "Hebammenversorgung in Hamburg" 2023 gezeigt. Frau Christ hat es schon angesprochen, wie ungleich die Verteilung in Hamburg ist. Während in Wandsbek in einigen Teilen die Versorgung bei über 100 Prozent bei nachgeburtlichen Betreuungen liegt, sind sie in Harburg nur bei 8 Prozent gewesen. Gleichzeitig mussten die befragten Hebammen täglich oder mehrmals die Woche Anfragen von Frauen ablehnen. Diese Zahlen sind keine Randnotiz. Dahinter stehen Frauen, die Unterstützung suchen, Familien und gerade in den ersten Wochen nach der Geburt nicht alleine gelassen werden dürfen. Der Bericht hat einen klaren Auftrag gegeben: Versorgungslücken erkennen, Angebote gezielt ausbauen und den Zugang erleichtern. Aber seitdem ist in Hamburg auch vieles passiert. 2020 wurde die Kommission "Gesunde Geburt" eingerichtet. Sie bringt verschiedene Akteure zusammen an den Tisch, um Versorgung weiterzuentwickeln. 2022 wurde das Haus für Geburt und Gesundheit in Hamburg-Mitte eröffnet und jetzt erst vor Kurzem, im Mai 2026, das Hebammenzentrum in Harburg. Sie sind eine zentrale Anlaufstelle für Schwangere und junge Familien mit Versorgung, Beratung, Wochenbettbetreuung und Still- und Ernährungsberatung. Gerade dort, wo der Bericht von 2003... von 2009... von 2018 große Versorgungslücken aufgezeigt hat, wurde damit ein konkreter Schritt gemacht. Das heißt aber nicht, dass die Probleme gelöst sind. Aber es zeigt auch, wenn wir Daten ernst nehmen, können wir daraus Maßnahmen entwickeln. Und deshalb sind wir uns einig: Die Hebammenbefragung von 2022 gehört veröffentlicht. Nach der Senatsauskunft sind ihre Ergebnisse intern bekannt und bereits für die Entwicklung für das Hebammenzentrum in Harburg herangezogen worden. Der... Ein Schluck trinken. Der angekündigte gemeinsame Ausschussbericht mit der Familien- und Mütterberatung von 2023 liegt bis heute nicht vor. Das ist leider sehr enttäuschend. Wenn Daten als Grundlage für staatliche Entscheidungen dienen, müssen auch die Bürgerschaft und die Öffentlichkeit nachvollziehen können, welche Ergebnisse vorliegen, welche Schlüsse sich daraus schließen lassen, welcher Handlungsbedarf sich daraus ableitet. Für eine fachliche Einordnung sind diese Ergebnisse und die konkreten Konsequenzen für eine Versorgungsplanung darzustellen. Daher möchten wir den Antrag gerne in den Gesundheitsausschuss überweisen. Vielen Dank.

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