Mithat Çapar
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen. Hamburg ist eine Stadt, in der Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Sie stehen am Wochenende auf dem Sportplatz und trainieren Kinder, sie organisieren Begegnungen im Stadtteil, sie besuchen Menschen, die sonst allein wären. Rund jede dritte Person in Hamburg engagiert sich freiwillig. Dahinter stehen unzählige Ideen, viele helfende Hände und eine gemeinsame Haltung. Ich kann etwas beitragen, ich kann etwas bewegen. Rund... Genau darin liegt die Kraft des Ehrenamts. Menschen erfahren, dass ihr Handeln zählt und andere erfahren, dass sie auf jemanden zählen können. Diese Kraft macht Hamburg stark, und wir geben ihr politischen Rückhalt. Dafür haben wir eine gute Grundlage geschaffen. Seit 2019 hat Hamburg eine Engagementstrategie. Gemeinsam mit der Zivilgesellschaft entwickelt, hat sie Orientierung gegeben und freiwilliges Engagement unterstützt – auch in schwierigen Zeiten, während der Pandemie und angesichts des Krieges gegen die Ukraine. Auf diese Arbeit bauen wir auf. Mit unserem gemeinsamen Antrag setzen SPD und GRÜNE die vereinbarte Weiterentwicklung aus dem Koalitionsvertrag in Gang. Wir führen Bewährtes fort und greifen neue Erfahrungen auf. Dabei leitet uns eine klare Überzeugung. Wer Hamburg mitgestaltet, soll auch mitgestalten, wie diese Stadt sein Engagement unterstützt. Deshalb schlagen wir einen Beteiligungsprozess vor, der engagierte Organisationen, Fachbehörden und Bezirke zusammenbringt. Die Frau, die einen Nachbarschaftstreff organisiert, bringt andere Erfahrungen mit als der Vorstand eines Sportvereins. Eine junge Initiative braucht vielleicht eine erste Beratung, ein gewachsener Verein sucht Unterstützung bei der Qualifizierung. Diese Erfahrungen führen wir zusammen. Daraus soll eine Strategie entstehen, die im Alltag trägt. Das ist unser Verständnis von guter Politik. Wir vertrauen auf die Erfahrungen der Menschen, wir bringen sie zusammen und wir gestalten mit ihnen die Zukunft unserer Stadt. Ein Schwerpunkt ist dabei, Engagement noch leichter zu machen. Wir wollen die Unterstützung im Stadtteil weiterentwickeln, die Vermittlung stärken und den Austausch zwischen Engagierten fördern. Dazu gehört auch, Verfahren zu vereinfachen und bürokratische Hürden abzubauen. Unser Antrag gibt dafür einen konkreten Prüfauftrag: Wie kann die Verwaltung noch besser auf die Bedürfnisse freiwillig Engagierter eingehen? Denn Zeit ist im Ehrenamt besonders kostbar. Jede Erleichterung schafft Raum für das, worauf es ankommt, Menschen zusammenzubringen und gemeinsam etwas zu bewegen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vielfalt in unserer Stadt. Menschen mit Migrationsgeschichte gestalten Hamburg längst mit. Ihre Organisationen und ihre Erfahrungen beziehen wir ausdrücklich ein. Und wir stärken das Engagement von Menschen mit Behinderung. Ihre Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt. Zugänge und Angebote sollen so gestaltet werden, dass sie diese Fähigkeiten einbringen können. Dahinter steht unser Anspruch: Jeder Mensch soll die Chance haben, Verantwortung zu übernehmen und diese Stadt mitzugestalten. Wer mitmachen möchte, soll erfahren: Meine Ideen zählen, meine Fähigkeiten werden gebraucht und ich gehöre dazu. Denn Hamburg braucht die Ideen, die Erfahrungen und die Stärken aller. Im dritten Quartal 2027 soll der Senat der Bürgerschaft berichten. So verbinden wir breite Beteiligung mit einem klaren politischen Auftrag. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn ein Kind im Verein Zutrauen gewinnt, wenn Nachbarn füreinander da sind, wenn aus Fremden Freunde werden, dann wird Zusammenhalt Wirklichkeit. Genau diese Kraft wollen wir stärken. Dafür entwickeln wir Hamburgs Engagementstrategie weiter, gemeinsam mit den Engagierten, mit klaren Zielen und mit einer Haltung, auf die Verlass ist. Wer Hamburg zusammenhält, muss auf Hamburg zählen können. Ich bitte um Ihre Zustimmung zu unserem Antrag.
