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Dr. Selina Storm

GRÜNE 3:09 min Sitzungen 23/31

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte jetzt zum Ende der Debatte hin noch einmal unterschiedliche Aspekte zusammenfassen und die unterschiedlichen Ebenen – Museum, Staatsvertrag und Finanzen – differenzieren. Wir GRÜNE setzen uns seit vielen Jahren für das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels und den Bau des Naturkundemuseums ein. Das ist und bleibt so. Was wir brauchen, ist ein Dreiklang aus Sammlung, Forschung und Naturkundemuseum. Viele mögen dabei an Dinosaurier oder Skelette denken und fragen, warum wir so etwas brauchen. Es geht aber nicht nur um einen Ort, an dem wir zehn Millionen naturkundliche Objekte sicher aufbewahren können. Es geht um zentrale Forschungsfragen, die uns angesichts des Artensterbens mehr beschäftigen denn je. Wie verändert der Klimawandel die Verbreitung von Arten? Welchen Einfluss hat es auf Ökosysteme, wenn Arten sterben, und welchen auf uns Menschen? Was heißt eigentlich Biodiversität und wie können wir es schneller messen? Auftrag eines Museums wäre es auch, uns emotional begreiflich zu machen, was es heißt, wenn eine Million Tier- und Pflanzenarten durch den Einfluss der Menschen vom Aussterben betroffen sind. Zu verstehen, welchen Schatz wir mit 680 Wirbeltierarten bereits verloren haben und wie wir unserer Verantwortung als vermeintliche Krone der Schöpfung besser gerecht werden können. Im Rahmen des Staatsvertrags mit dem Land NRW haben wir uns verpflichtet, diesem Dreiklang aus Sammlung, Forschung und Museum ein angemessenes Zuhause zu geben. Und ja, die BWFG prüft schon lange verschiedene Standorte. Und einer davon war der Besenbinderhof, deren Vertreter jetzt ein neues Angebot unterbreitet haben. Dieses muss natürlich selbstverständlich ebenfalls geprüft werden. Und der Grund, warum das so lange dauert, ist, dass einfach die Liste an Kriterien für so einen Standort lang ist und wir viel Geld investieren und es dann natürlich auch richtig machen wollen. Denn ideal ist es, ein gut erreichbares Zuhause zu finden, das diese drei Aspekte vereint. Denn die Voraussetzungen für jeden Aspekt sind recht unterschiedlich, was zum Beispiel Platz, was Klimatisierung und was Zugang angeht. Der mögliche Zeitpunkt der Umsetzung ist genauso ein Kriterium wie Aspekte der Nachhaltigkeit und der Effekt auf die Nachbarschaft. Und selbstverständlich erfolgt nach einer Standortbewertung eine Kosten-Nutzen-Analyse. Die mögliche Unterbringung im Elbtower könnte die wirtschaftlichste Variante sein, allerdings lässt sich dies vor Abschluss der Verhandlung noch nicht sagen. Dass das Prüfungsergebnis der Bürgerschaft vorgelegt wird, finden wir weiterhin richtig. Es gilt dann allerdings auch zu bewerten, welche Priorität dieses und andere Großprojekte für beide Koalitionspartner in Zeiten knapper Kassen haben. Dabei gilt es, über zwei Jahre hinaus zu denken. Die großen Investitionsprojekte sind ja nicht alle im nächsten Doppelhaushalt veranschlagt, sondern Herausforderungen für eine langfristige Finanzplanung. An unserem Ziel, ein Naturkundemuseum für Hamburg zu schaffen, hat sich nichts geändert. Vielen Dank.

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