Marco Hosemann
Ja, sehr geehrter Präsident, liebe Hamburgerinnen und Abgeordnete der demokratischen Fraktionen. Vielen Dank an SPD und GRÜNE für diesen Antrag. Wir nähern uns langsam den Lösungen der Wohnungsfrage. Das, was Sie uns aber hier als großen Wurf verkaufen wollen, ist in Wahrheit nichts Neues. Serielle Fertigungstechniken gibt es seit dem frühen 20. Jahrhundert, und nach 1945 wurden diese Techniken weiterentwickelt und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit den... Aber günstiger wohnen heißt nicht automa... Nee, Entschuldigung, ich fang noch mal neu an. Günstiger bauen heißt nicht automatisch günstiger wohnen. Denn das Problem ist, wenn es keine Preis- und Belegungsbindung gibt, dann werden die Baukosten zwar sinken, aber können auch... Ja, führen nicht gleich automatisch dazu, dass die Mieten günstiger werden, sondern können auch einfach nur die Profiterwartungen der Immobilienunternehmen wieder erfüllen. Ja, und es kommt also darauf an, wer baut. Auch hier können wir aus der Geschichte lernen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es vor allem öffentliche Unternehmen wie die SAGA, Genossenschaften und andere gemeinnützige Wohnungsunternehmen, die die Wohnungsnot gelöst haben. Unterstützt durch die öffentliche Hand mit zinslosen und zinsvergünstigten Krediten und Vergabe von Grundstücken in Erbpacht. Deshalb finden wir besonders die Punkte 1 bis 3 in Ihrem Antrag besonders unterstützenswert. Und was auch anders ist als damals: Heute stehen nicht mehr so viele Grundstücke zur Verfügung und dürfen in Zeiten des Klimawandels auch nicht mehr so viele Grünflächen versiegelt werden. Das müssen wir auch nicht. Also es gibt schließlich viel Potenzial im und auf dem Bestand. Es gibt in Hamburg aktuell über eine Million Quadratmeter leer stehende Büroflächen – das ist, glaube ich, auch nichts Neues für Sie –, die zum Teil nach Vorbild des Projekts Oskar-Sommer-Straße in Frankfurt am Main mit seriellen und modularen Bauweisen günstiger umgenutzt werden können. Und es gibt noch viele ungenutzte Dächer in unserer Stadt, die nach Vorbild der SAGA in Hamburg-Horn mit öffentlich geförderten Wohnungen in Holzmodul-Bauweise aufgestockt werden können. Also bitte nicht nur bauen, bauen, bauen, sondern auch um- und ausbauen. Vielen Dank.
