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Annika Urbanski

SPD 3:34 min Sitzungen 23/30

Sehr geehrter Präsident, meine Damen und Herren! Ich glaube, das, was am Wochenende passiert ist und in den letzten Tagen, zeigt ganz gut und spiegelt das wider, was auch hier passiert: In dem Fall vor allem ein Teil der Jugend geht demonstrieren, während ein anderer Teil der Jugend in seiner Freizeit übt, uns zu helfen im Krisen- und Katastrophenfall – tatsächlich auch in ihrer Freizeit. Also tatsächlich – das ging vorher jetzt am meisten an Die Linke –, ich würde mir tatsächlich wünschen: Wir wurden ja alle eingeladen, alle Fraktionen, uns auch die Übung anzuschauen, und da hätten Sie vielleicht auch gesehen, dass es eben nicht die ganze Zeit um die Bundeswehr geht – überhaupt nicht. Das ist ein Teil, aber es geht vor allem auch um die ganzen Hilfsorganisationen. Wie viele junge Menschen dabei waren und dort sehr engagiert mitgeholfen haben von allen Hilfsorganisationen und geübt haben, wie sie eben genau mal auch mit der anderen Organisation zusammenarbeiten und wie unfassbar wichtig das ist. Und vielleicht, ja, würde es guttun, wenn Sie sich das auch einmal anschauen, um ein bisschen den Blick wieder zu schärfen, dass es eben nicht nur um die Bundeswehr geht. Ich bin eigentlich der Meinung, dass wir nach der COVID-19-Pandemie alle gelernt haben, dass es superwichtig ist, dass Behörden viel mehr Lagen üben, nicht immer nur die Sturmflut; dass wir das ganze behördenübergreifend machen müssen, auch mit Unternehmen, und vor allem aber auch, dass wir unsere eigene Vorsorge priorisieren. Jeder selbst kann sich jetzt vielleicht einmal fragen, ob er wirklich schon – oder sie – die Checkliste vom BBK erfüllt hat. Haben Sie wirklich mindestens 20 Liter Trinkwasser zu Hause, Lebensmittel für zehn Tage? Haben Sie eine Taschenlampe, ein Radio und vor allem auch Batterien dafür? Die Umfragen zeigen: Kaum einer macht das. Und das, obwohl wir doch eigentlich vor ein paar Jahren erlebt haben, wie es ist, wenn von einem auf den anderen Tag alles anders ist und plötzlich sich die Leute um Klopapier prügeln. Ich verstehe tatsächlich nicht, warum wir nicht davon etwas wachgerüttelt wurden. Ich verstehe natürlich schon, dass wir in einer Großstadt leben und dass wir in einer globalisierten Welt leben und dass für uns alles nur einen Klick entfernt ist. Da sind die Lieferdienste, die noch am selben Tag Essen, Einkünfte und alles Weitere einem vor die Haustür bringen. Es vermittelt uns das Gefühl: In die Zukunft denken ist gar nicht nötig. Sehr trügerisch! Was ich bei der Freiwilligen Feuerwehr erlebe, bei Starkregenereignissen zum Beispiel: Innerhalb von ein bis zwei Stunden ist das Viertel komplett unter Wasser. Und auch Eigentümer:innen, und ich glaube, da sieht Die Linke das vielleicht auch so, haben nicht mal eine Pumpe für 30 Euro zu Hause. Dann wird mal eben schnell der Baumarkt gestürmt, und alle wundern sich, dass alles ausverkauft ist. Und natürlich kommt die Feuerwehr zu jedem Einzelnen, aber so große Kapazitäten, dass jedem gleichzeitig geholfen werden kann in der Sekunde, sind nicht möglich. Und da müssen wir alle uns fragen, dass wir auch etwas für unsere Gemeinschaft tun und da unseren Teil dazu leisten. Erst recht, wenn wir daran denken, dass eben nicht jeder die finanziellen Mittel hat, um diese Vorsorge zu machen, und dass diese Mittel, die am Ende der Staat bereithält, vor allem auch für die sind, die eben nicht die Möglichkeit haben im Gegensatz zu uns, die hier in einer sehr privilegierten Situation sind. Vielen Dank!

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