buergerschaft.de ↗

Linus Görg

GRÜNE 3:45 min Sitzungen 23/30

Ja, vielen Dank, Frau Präsidentin. Liebe Kolleg:innen. Red Storm Charlie hat am vergangenen Wochenende in Hamburg gezeigt, wo wir bei der Krisenvorsorge stehen, was bereits gut läuft und auch, wo wir noch besser werden müssen. Dabei wurden breite und verschiedene Szenarien geübt. Und aus meiner Perspektive als Pflegefachperson und gesundheitspolitischer Sprecher ist in dieser Debatte für mich natürlich ein Punkt besonders wichtig: der Blick auf die Gesundheitsversorgung der Menschen. Wenn plötzlich sehr viele Menschen medizinische Hilfe brauchen, müssen wir schnell reagieren können. Für Szenarien wie einen Massenanfall von Verletzten üben die Krankenhäuser bereits regelhaft. In der aktuellen Bedrohungslage brauchen wir aber auch die Möglichkeit, beispielsweise innerhalb kürzester Zeit zusätzliche geschützte Krankenhauskapazitäten aufzubauen. Eine Pop-up-Notaufnahme, die innerhalb von 24 Stunden rund 100 Patientinnen und Patienten versorgen kann, ist dafür ein konkretes Beispiel. Und dies wurde am Wochenende ja auch schon bereits sehr professionell umgesetzt. Und wo wir gerade beim Thema Krankenhäuser sind, Herr Stoop: Sich hier hinzustellen und zu behaupten, allein durch die bloße Anzahl der Krankenhäuser sagen zu können, wie gut diese auf Katastrophen und Krisenszenarien vorbereitet sind, finde ich ehrlicherweise ein bisschen schwierig. Wir sehen doch gerade, dass gerade kleinere Einrichtungen, schlechter ausgestattete Einrichtungen wirklich auch von verschiedenen Szenarien arg bedroht sind. Cyberattacken wurden beispielsweise angesprochen. Und eine weitere Zentralisierung und Stärkung der Krankenhauslandschaft kann, glaube ich, gerade auch zu einer Krisensicherheit beitragen oder schwächt sie nicht. Genau. So wichtig ist es, und dafür sind solche Übungen auch zentral, was weiter dahintersteht: Funktionieren Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern, den Behörden und der Bundeswehr tatsächlich dann, wenn es darauf ankommt? Genau an diesen Schnittstellen entscheidet sich, ob aus einzelnen Akteur:innen ein funktionierendes Versorgungssystem wird. Wenn bei der Übung Schwachstellen sichtbar geworden sind, dann müssen wir sie beseitigen, bevor der Ernstfall eintritt. Und wichtig ist, finde ich, noch mal zu betonen, dass wir dabei nicht nur an das eine Krisenszenario denken dürfen. Wir haben auch andere Krisen, die Klimakrise, es wurde angesprochen. Und unsere Stadt und unsere Gesundheitsversorgung müssen auch dann funktionieren, wenn beispielsweise eine Überschwemmung droht, wenn extreme Hitze insbesondere ältere Menschen gefährdet, wenn der Strom ausfällt oder andere kritische Infrastruktur nicht mehr funktioniert. Und bei all dem muss ganz besonders im Mittelpunkt stehen, dass wir Menschen schützen müssen, die sich im Krisenfall eben nicht einfach selbst helfen können: Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Und dazu gehört – und das möchte ich hier auch noch mal betonen – eben auch, dass diejenigen, die es können, zuallererst auch für sich selber Vorsorge treffen. Und Herr Wolter, wenn Sie sich hier hinstellen und sagen, dass das irgendwie die falsche Argumentation ist: Es gibt genug Menschen in der Stadt, die die Kapazitäten haben, selber vorzusorgen. Und dadurch, dass sie das tun, schaffen sie ja eben gerade oder entlasten gerade die Ressourcen, die wir brauchen, um den Menschen dann auch helfen zu können, die es eben nicht können. Und von daher ist es kein Gegeneinander an der Stelle, sondern eben elementar, dass Selbstvorsorge mit in diese Konzepte gehört. Genau. Von daher möchte ich einfach auch noch mal an die Gemeinschaft an der Stelle, an den Zusammenhalt appellieren und in Anbetracht der Redezeit dann zum Ende kommen. - Vielen Dank. - Die ist abgelaufen, genau.

Alle Reden von Linus Görg Rede ansehen ↗