Alexander Mohrenberg
Was für ein Tagesabschluss! Meine Damen und Herren, der Umgang mit sommerlicher Hitze in einer Großstadt wie Hamburg ist ein wichtiges Thema. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz, deswegen müssen wir das sehr ernst nehmen. Was man nicht so ernst nehmen kann, ist, wie das Thema in den letzten Monaten debattiert wurde. Erst wurde der CDU-Fraktionsvorsitzende bei der ARD erwischt, wie er behauptete, in Hamburg seien Klimaanlagen verboten, um das im gleichen Interview wieder zurückzunehmen. Dann hat die AfD eine Anfrage eingereicht, wo sie den Grad der Entwicklung einer Zivilisation an der Anzahl der installierten Klimaanlagen bemisst. Ich hab das Gefühl, einigen ist die Hitze ein bisschen zu Kopf gestiegen beim Schreiben der Anträge. Das ist alles nicht ernst zu nehmen. Was wir ernst nehmen müssten, ist die Frage, wie schaffen wir es in Hamburg, dafür zu sorgen, dass an heißen Tagen Menschen in erträglichen Lebensbedingungen unterwegs sind? Da gibt es zwei Ansätze. Punkt 1 ist natürlich, in Hamburg sind Klimaanlagen erlaubt. Es gibt sie in Krankenhäusern, es gibt sie in verschiedensten Einrichtungen, überall da, wo operiert wird, wo wichtige Räumlichkeiten sind. Viele Kitas in Hamburg lösen das schlauer mit baulichen Vorkehrungen, Kühlungssystemen, Lüftungssystemen – deutlich die angenehmere Kühle. Und wir müssen natürlich schauen, dass da, wo vulnerable Gruppen sind, wo Menschen Kühle brauchen, die sie gerade noch nicht haben, es noch einfacher wird, eine Klimaanlage einzubauen. SPD und GRÜNE haben heute dazu einen Antrag auch eingereicht, um dieses Verfahren zu überprüfen, wie das noch einfacher und unbürokratischer klappen kann. Aber eine Sache müssen wir auch ganz klar festhalten: Klimaanlagen allein lösen das Problem nicht. Es ist am Ende auch eine Frage von Stadtentwicklung, von Einzelnen nicht. Ich will Ihnen das gerne an einem ganz einfachen Beispiel geben. An einem heißen Tag im Sommer ist es in Billstedt 6 Grad wärmer als in Blankenese. Wollen Sie 73.000 Billstedtern jetzt eine Klimaanlage einbauen, damit die das zahlen mit den Nebenkosten? Das löst das Problem doch nicht! Sondern an den Orten, wo wir in der Stadt richtige Hitzeinseln haben, müssen wir entsiegeln, brauchen wir begrünte Flächen, mehr Straßengrün, begrünte Dächer. Da müssen wir strategisch die Spots anschauen, die wir haben. Das hilft viel mehr, kühlt, ohne den Einzelnen zu belasten. Und für alle anderen werden wir es vereinfachen, Klimaanlagen einzubauen. Vielen Dank.
