Marco Hosemann
Ja, sehr geehrte Präsidentin, liebe Hamburger:innen und Abgeordnete der demokratischen Fraktionen. Während es an bezahlbarem Wohnraum mangelt, stehen in Hamburg viele Büroflächen leer. Aktuell stehen hier mit rund 1,1 Millionen Quadratmetern 7,2 Prozent der Büroflächen leer. Tendenz steigend, und die Dunkelziffer ist bestimmt noch viel größer. Dieser Leerstand ist das Ergebnis von Spekulation und einer Stadtentwicklung, die dem Markt überlassen wird und sich vor allem an Profitinteressen und nicht am realen Bedarf und Gemeinwohl in unserer Stadt orientiert. Um einen Überblick über diesen Leerstand in unserer Stadt zu bekommen, muss es, so wie es bei Wohnraum in Hamburg geregelt ist, eine gesetzliche Meldepflicht für leer stehende Gewerbeflächen geben. Mit einem Leerstandskataster für Gewerbeflächen kann der Leerstand erfasst und Potenziale für die Zwischen- und Umnutzung von Büroflächen zu Wohnraum oder für soziale Nutzung sichtbar gemacht werden. Und wer denkt oder behauptet, dass es ja gar nicht möglich sei oder nur schwer, Büros in Wohnungen umzuwandeln, empfehle ich einen Besuch des Architekturkollektivs "vonwegenleer", die gerade eine Bürofläche in Hammerbrook umbauen, in die im Oktober 15 Personen einziehen. Neben dem Leerstandskataster fordern wir eine Leerstandssteuer für Gewerbeflächen, um einen Anreiz zu schaffen, diese wieder einer Nutzung zuzuführen. Und damit würden auch nicht mehr so viele Büroflächen in unserer Stadt am Bedarf vorbei gebaut werden. Würde Hamburg so eine Besteuerung einführen, wie es sie etwa in Städten wie Paris oder Mailand bereits gibt, könnten damit bei dem aktuellen Büroleerstand in Hamburg rund 30 Millionen jährlich zusätzliche Gelder unserer Stadtkasse zugutekommen. Wer kann da schon Nein sagen? Bitte stimmen Sie unserem Antrag zu. Danke.
