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Linus Görg

GRÜNE 2:23 min Sitzungen 23/28

Ja, Frau Präsidentin, liebe Kolleg:innen auch der CDU-Fraktion. Ihre Forderung nach einem Übergangsstandort für das ABRIGADO ist auf den ersten Blick erst mal sehr nachvollziehbar. Die Eltern der angrenzenden Schulen sind nach den Vorfällen im Juni zu Recht verunsichert und sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder. Anwohner:innen aus dem Umfeld der Einrichtung beklagen Vermüllung und andere Belastungen. Und der neue Standort muss erst noch gebaut werden. Ein Übergangsstandort soll nun laut Ihrem Antrag Folgendes gewährleisten: Er soll für Nutzer:innen erreichbar sein, Schutzinteressen von Schulen, Kindertagesstätten, Wohnquartieren und sozialen Einrichtungen berücksichtigen und er soll angesichts der tatsächlichen Nutzungszahlen die wesentlichen Angebote des ABRIGADOs aufnehmen können. Das klingt alles erst mal gut, ist aber so etwas wie die Quadratur des Kreises. Sie und ich wissen, und auch die Hamburger:innen wissen es aus der Presse, dass die Vorbereitung und die Bereitstellung eines Übergangsstandortes, der all diese Kriterien erfüllt, viel Zeit und Ressourcen kostet. Und angesichts des geplanten Neubaus, der bereits in zwei Jahren fertiggestellt werden soll, wäre das aus meiner Sicht unverhältnismäßig. Zumal stark zu bezweifeln ist, dass diese Lösung am Ende wirklich schneller realisiert werden kann. Denn bislang wurde kein entsprechender infrage kommender Ort gefunden, und auch von Ihnen habe ich ehrlicherweise hier keine konkreten Vorschläge dazu gehört. Lassen Sie uns unsere Aufmerksamkeit daher darauf fokussieren, was aktuell wirklich getan werden kann und wird. Mein Kollege hatte ja schon die zahlreichen Maßnahmen angesprochen, die seit dem Sommer ergriffen wurden und die sicherlich dazu beitragen werden, die Situation vor Ort in bessere Bahnen zu lenken, und anschließend alle Ressourcen darauf setzen, dass möglichst schnell der neue Standort eröffnet werden kann. Abschließend ist es mir wichtig, noch einmal den Blick auf die Gäste des ABRIGADOs zu richten. Drogenkonsumräume sind Orte, an denen wir Menschen erreichen, die sonst durch unser Hilfesystem fallen. Und die Menschen, die dort Hilfe suchen, sind Teil unserer Stadt. Sie verdienen unsere Unterstützung, unsere Aufmerksamkeit und vor allem auch unseren Respekt! Genau. Das lassen allerdings manche anderen Fraktionen in diesem Haus ein bisschen zu wünschen übrig. Vielen Dank.

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