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Birgit Stöver

CDU 3:26 min Sitzungen 23/28

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren. Die Menschen südlich der Elbe sind Kummer gewöhnt und haben trotzdem ein großes Herz für Schwache und Hilfsbedürftige. Genau dieser inneren Haltung der Harburgerinnen und Harburger haben wir es zu verdanken, dass es seit 1994 mit dem ABRIGADO eine Kontakt- und Beratungsstelle mit integriertem Konsumraum mitten in einem Wohngebiet, umgeben von Schulen, überhaupt geben kann. Rund 44.000 Besucher mit über 40.000 Konsumraumnutzungen wurden dort alleine im vergangenen Jahr registriert. Das sind täglich im Schnitt 154 Konsumraumnutzungen, beziehungsweise 18 pro Stunde. Meine Damen und Herren, vielleicht kriegen Sie durch diese Zahlen ein ungefähres Gefühl, was an dem Standort dort täglich los ist. Verehrte Kolleg:innen, ich möchte Sie bitten, die zahlreichen Zwischengespräche einzustellen. Herzlichen Dank. Bitte folgen Sie der Rednerin. - Frau Stöver, fahren Sie bitte fort. - Vielen Dank, Frau Präsidentin. Und ganz ohne rosarote Brille: Das Miteinander und Nebeneinander unterlag dort immer schon großen Herausforderungen, gewissen Herausforderungen. Doch seit sich die Einrichtung ABRIGADO seit mehreren Jahren deutlich über deren Kapazitätsgrenzen, nämlich verdreifacht, hinweg ausgedehnt hat, dreht sich die Eskalationsspirale vor Ort immer schneller. Der vorläufige Tiefpunkt, meine Damen und Herren, ist im Juni erreicht, als innerhalb weniger Tage zweimal Schüsse am ABRIGADO fielen. Schüsse, meine Damen und Herren, im Wohngebiet neben zwei Schulen. Meine Damen und Herren, Sie können sich sicherlich ausmalen, was das mit den Menschen vor Ort macht, meine Damen und Herren. Es ist bereits 5 nach 12 beim ABRIGADO. Es gilt, keine Zeit mehr zu verlieren. Seit zehn Jahren werden die Anwohner, aber natürlich auch die Klienten des ABRIGADO selbst, immer wieder von der Sozialbehörde vertröstet, meine Damen und Herren. Der abermalige Verweis der Sozialbehörde auf den Umzug in die Immobilie in der Buxtehuder Straße ist längst nicht mehr akzeptabel. Noch einmal zweieinhalb Jahre ins Land gehen zu lassen, das ist keine Option. Meine Damen und Herren, das hält das Umfeld definitiv nicht aus. Es gibt keine Zeit zu verlieren. Als CDU setzen wir uns daher für die Schaffung einer sicheren Übergangslösung ein, und zwar unverzüglich und nicht erst am Sankt-Nimmerleins-Tag. Bei Flüchtlingsunterkünften gelingt Ihnen das, unter sechs Monaten eine Einrichtung aus dem Boden zu stampfen. Dieses würde sowohl den Betroffenen vor Ort Ängste und Sorgen nehmen, als auch den Klienten des ABRIGADO, die gebotene Betreuung bis zum Bezug des neuen Langzeitstandortes zu garantieren. Der Interimsstandort muss für die Zielgruppe gut erreichbar sein, darf aber nicht in unmittelbarer Nähe zu Schulen und Kindertagesstätten liegen. Meine Damen und Herren, an möglichen Immobilien und Standorten im Eigentum der Stadt mangelt es in Harburg beileibe nicht. Daher: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Die Menschen am Schwarzenberg und die Klienten brauchen eine schnelle wie gangbare Lösung. Die Zeit der rot-grünen Ausreden und der Alibis ist vorbei. Packen Sie es an, meine Damen und Herren!

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