Cem Berk
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren, gute Kinder- und Jugendarbeit braucht gute Orte. Orte, an denen Kinder und Jugendliche gerne ihre Zeit verbringen. Orte, an denen sie Freundinnen und Freunde treffen, aber auch Unterstützung finden und auch einfach mal unter sich sein können. Denn Kinder und Jugendliche brauchen neben dem Elternhaus und der Schule eigene Räume und Freiheiten. Also Freiräume, in denen nicht jede Minute vorgegeben ist, in denen sie sich ausprobieren, eigene Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erleben können. Das Deutsche Jugendinstitut weist darauf hin, dass solche Räume soziale Kompetenzen und informelles Lernen fördern und Orte sind, an denen junge Menschen demokratische Prozesse ganz praktisch einüben. Ein Haus der Jugend ist deshalb nicht einfach nur ein Gebäude. Es ist ein Ort zum Treffen, Ausprobieren und Dazugehören. Diese Orte sind ein wichtiger Teil des Aufwachsens in unserer Stadt, und deshalb müssen wir dafür sorgen, dass sie einladend, barrierearm, zeitgemäß und vor allem in einem guten Zustand sind. Genau darum geht es bei unserem Antrag. Meine Damen und Herren, Hamburg investiert bereits erheblich in diese Infrastruktur. In den vergangenen fünf Jahren haben die Bezirksämter 34,7 Millionen Euro für Sanierung und Instandhaltung eingesetzt. Weitere 24,2 Millionen wurden für sieben Ersatz- beziehungsweise Neubauten auf den Weg gebracht. Das sind fast 60 Millionen Euro für die bauliche Infrastruktur unserer Kinder- und Jugendarbeit. Diesen Weg – und das will ich an dieser Stelle auch deutlich sagen – werden wir bei allen Herausforderungen im Haushalt konsequent weitergehen. Gleichzeitig gehen wir den nächsten Schritt. Wir wollen unsere Immobilien langfristig und systematisch aufstellen. Dafür brauchen wir zunächst einen vollständigen Überblick über die städtischen Immobilien in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in allen sieben Bezirken. Also wo müssen wir sanieren? Wo brauchen wir einen Ersatzneubau? Wo können Gebäude aber auch gemeinsam genutzt werden? Und was brauchen die Kinder und Jugendlichen vor Ort? Aus dieser Bestandsaufnahme wollen wir einen Sanierungsfahrplan entwickeln und damit endlich langfristige Planungssicherheit schaffen. Und gerade in finanziell herausfordernden Zeiten müssen wir dabei jeden öffentlichen Euro klug einsetzen. Deshalb wollen wir auch Erfahrungen aus Schulen und Kitas und dem Sport nutzen und prüfen, wo System- und Modulbauten schnelleres und kostengünstigeres Bauen ermöglichen. Und für mich gehört noch etwas Entscheidendes dazu. Wer öffentliche Gebäude baut und saniert, muss sich anschließend auch um sie kümmern. Deshalb nehmen wir auch ausdrücklich die langfristige Instandhaltung in den Blick, denn wir wollen nicht Millionen investieren und einige Jahre später feststellen, dass wir wieder einen großen Sanierungsstau haben. Meine Damen und Herren, dieser Antrag steht deshalb für eine ganz einfache politische Haltung: Wir kümmern uns um unsere Immobilien. Wir kümmern uns anständig um das, was unserer Stadt gehört. Wir investieren weiter. Gleichzeitig schaffen wir einen vollständigen Überblick, setzen Prioritäten und entwickeln eine langfristige Perspektive. Kinder- und Jugendarbeit braucht starke Angebote. Sie braucht engagierte Menschen und sie braucht eben gute Orte. Um all das kümmern wir uns. Vielen Dank.
