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Leon Dewan Alam

GRÜNE 5:16 min Sitzungen 23/27

Ja, Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen. Frau Frieling, Sie haben ja recht. Wir wollen vor unserer Haustür kehren. Und genau das tun wir ja hier mit dem Hamburg-Standard. Denn die Baukosten... Nee, im Gegenteil, wir bauen sie ab. Die Baukosten sind zu hoch, und deshalb ist die Umsetzung des Hamburg-Standards so wichtig. Und es ist wichtig, dass er zügig und erfolgreich vorangebracht wird. Wir haben hier ja schon das ein oder andere Mal in diesem Haus über den Hamburg-Standard gesprochen, über das Richtungsweisende, was damit passieren wird, dass eben systematisch Kostentreiber bei Baustandards, bei Planungs- und Genehmigungsverfahren angeschaut und identifiziert wurden. Und, Frau Frieling, natürlich: Theorie ist das eine, Praxis ist das andere. Und jetzt wird in der Praxis eben angeschaut: Wie viel lässt sich denn tatsächlich einsparen bei den Baukosten? Was funktioniert und was funktioniert auch nicht? Und um das zu ergründen, hat die Stadtentwicklungsbehörde Pilotprojekte in den Bezirken und im Wilhelmsburger Rathausviertel gestartet. Und ich finde schon bemerkenswert, dass das eben nicht – keine Ahnung – zwei, drei Projekte sind, sondern dass wir hier insgesamt ein Pilotprojekt mit 2.200 Wohneinheiten mit knapp 30 Bauprojekten haben, die, Frau Koeppen hat es schon erwähnt, unterschiedlichste Bauträger umfassen: städtische Bauträger, private Bauträger, Baugenossenschaften, auch vielfältige Bauweisen untersuchen: serielles Bauen, Holzbau oder auch den Recyclingbau. Und das zeigt eben schon: Wir meinen das hier wirklich ernst, und es geht mit großen Schritten voran. Und es geht jetzt darum, eben bei den verschiedensten Projekten, die eben die Breite der Realität in der Baubranche abbilden, tatsächliche Kostensenkungen zu erzielen. Und wie viel der ermittelten 2.000 Euro maximalen Einsparpotenzialen pro gebautem Quadratmeter sich dann im Schnitt tatsächlich realisieren lassen, das wird sich noch zeigen. Aber, Frau Frieling, klar ist jetzt schon, der Hamburg-Standard wird das Bauen in Hamburg verändern und er wird das Bauen in Hamburg günstiger machen. Und vielleicht auch noch mal ein Schritt zurück, warum das so wichtig ist, die Baukosten zu senken. Es wurden ja eben auch die hohen Mieten angesprochen. Der Hamburg-Standard und die Senkung von Baukosten hat ja genau das Ziel, da zu klotzen. Es geht zum einen darum, dass wir aktuell die Situation haben, dass mit den hohen Baukosten viele potenzielle Bauprojekte gar nicht in die Umsetzung kommen, weil die daraus folgenden Mieten oder Miethöhen, die notwendig sind, sich da nicht ausreichend Mieter:innen finden würden, entsprechend zu mieten. Oder wenn sie realisiert werden, dann helfen die daraus sich ergebenden Neubaumieten nicht, um der Wohnungsnot wirklich Abhilfe zu schaffen. Oder sie helfen eben nur da, wo die SAGA baut, wo geförderte Wohnungen gebaut werden oder wo gemeinwohlorientierte Wohnungsbauträger bauen. Und wenn wir die Baukosten senken, was wir hiermit tun werden, dann wird das eben auch dazu führen, dass der frei finanzierte Wohnungsbau wieder bezahlbareren Wohnraum produziert. Und entscheidend dafür ist natürlich aber auch, dass die Bauträger die Kosteneinsparungen tatsächlich an künftige Mieter:innen weitergeben. Und der zweite entscheidende Punkt, warum wir das machen, ist, weil geringere Baukosten auch die Kosten für geförderte Wohnungen reduzieren. Und es geht dabei nicht darum, dass wir Kosten bei Sozialwohnungen sparen wollen, sondern es geht darum, dass wir sicherstellen wollen als Stadt, dass wir auch in Zukunft in der Lage sind, es uns leisten können, bei steigenden Preisen viele Tausend geförderte Wohnungen pro Jahr zu finanzieren, wie wir das aktuell tun. Also kurz gesagt, es geht bei dem Thema Baukostensenkung, was wir hier angehen, darum, mehr bezahlbaren Wohnraum für Hamburg zu schaffen. Und das wird mit dem Hamburg-Standard auch gelingen, liebe Kolleginnen und Kollegen. Vielleicht ein Blick zum Abschluss noch mal nach vorne. Der Hamburg-Standard zeigt ja auf, wie wir Vereinfachung und Bürokratieabbau dazu nutzen können, unsere politischen Ziele zu erreichen. Und er sollte deshalb aus meiner Sicht auch Blaupause sein für andere Bereiche. Ich glaube zum Beispiel, dass ein Hamburg-Standard für Sanierungen uns dabei helfen kann, dazu beizutragen, die Sanierungskosten zu senken, damit die Sanierungsrate zu steigern und auf unsere Klimaziele einzuzahlen. Und wir können auch zum Beispiel durch eine weitere Vereinfachung der Umnutzung, wo wir ja schon auch viel erreicht haben, die weiter wachsenden Potenziale bei leer stehendem Büroraum für das Wohnen stärker nutzen. All das geht, so ehrlich muss man sein, nicht von heute auf morgen. Auch dieser Prozess zeigt ja, wie aufwendig es ist. Die Stadtentwicklungsbehörde hat mit vielen verschiedenen Akteuren diesen Prozess, diesen wirklich aufwendigen Prozess auf die Beine gestellt. Aber die damit eben offenbarten Potenziale werden wir für die Baukosten nutzen, für die Senkung. Und wir sollten sie auch in weiteren Bereichen gemeinsam noch stärker nutzen. Vielen Dank.

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