Peggy Heitmann
Sehr geehrtes Präsidium, meine Damen und Herren, liebe Hamburger! Gegen das ARIC selbst ist wenig einzuwenden. Die Schulungsarbeit gerade an den Schulen ist eine gute Sache. Der Terminkalender ist voll mit Veranstaltungen. Ein Familienhotel bekommt Beratung, eine Tischlerei optimiert ihre Routenplanung. Es gibt vielleicht Wichtigeres als Vorträge zu KI und Ethik, gerade am Anfang einer technischen Revolution. Sei's drum, geschenkt. Aber es darf nicht darüber hinwegtäuschen, meine Damen und Herren, dass eine Wirtschaftsmetropole wie Hamburg noch eine viel weitreichendere KI-Strategie benötigt. Die internationale Realität sieht ganz anders aus. Die Wertschöpfung entsteht bei den Modellen, der Recheninfrastruktur, dem Kapital. Außerhalb Europas wird eine gute Idee in Wochen getestet, gebaut, skaliert. Nicht, weil dort alles erlaubt wäre, sondern weil der Staat dort fragt: Wie kommen wir schneller voran? Bei uns fragt die Verwaltung: Wo liegt die Gefahr und welches Formular fehlt noch? Wer an den Hamburger Hochschulen forschen will, kämpft sich durch die Bürokratie. Ein deutsches Verfahren lebt länger als eine KI-Generation. Wenn der Bescheid kommt, ist die Technologie schon überholt. Wir genehmigen gründlich, wir genehmigen rechtssicher, aber wir genehmigen Vergangenheit. Was setzt der Senat dagegen? Trustworthy AI als Hamburger Nische. Oder anders formuliert: Andere bauen die Technologie, wir prüfen sie. Andere schaffen Wertschöpfung, wir stellen Bescheinigungen aus. Dieses Geschäftsmodell lebt von genau der Regulierung, die unsere eigenen Entwickler ausbremst, ungeschützt unterstützt von der EU. Und die EU ignoriert immer noch, was der EU AI Act aus europäischer Entwicklung behindert. Wer KI-Standort sein will, muss die Grundlagen liefern. Freie Entwicklung gehört zu den wichtigsten. Vielen Dank.
