Robert Risch
Herr Thering ist von Russland besessen. Der redet immer wieder darüber – na gut! Sehr geehrte... Herr Thering. Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Ich greife hier mal das Projekt Köhlbrandbrücke heraus. Als ich vor einigen Tagen die Ausstellung der verschiedenen Entwürfe für die neue Köhlbrandbrücke im Rathaus angeschaut habe, war ich über einen Entwurf von Sliko und Marc Milgram begeistert. Dort wurden über zwei Stockwerke jeweils vier Fahrstreifen bereitgehalten. Das heißt, die Kapazität für den Pkw- und Lkw-Verkehr wäre doppelt so hoch wie bei der heutigen Köhlbrandbrücke. Damit wäre die Brücke zumindest annähernd den Verkehrsbelastungen der Zukunft gewachsen und würde dem Hafen infrastrukturell gerecht werden. Die A26 Ost alleine reicht nicht aus. Im oberen Stockwerk wäre eine extra Fahrspur für Fußgänger und Fahrradfahrer vorgesehen – als Pendler mit einem guten Elektrorad eine gute Alternative zum Auto. Und bei gutem Wetter hätte es für Touristen eine gute Aussicht gegeben. Hätte, hätte, Fahrradkette. Fakt ist: Es wird keinen zukunftsfähigen Neubau geben. Der Siegerentwurf ist eine 20 Meter höhere Kopie der alten Brücke mit nur zwei Fahrstrafen pro Richtung. Aber worüber rühmt sich der Senat in seiner Pressemitteilung? Zitat: "Zugleich setzt der Entwurf technisch neue Maßstäbe, etwa durch einen gezielt reduzierten" "und effizienteren Einsatz CO2-intensiver Materialien wie Stahl." Zitat Ende. An diesem Beispiel sieht man mal wieder, wo die Hamburger Politik ihre Schwerpunkte setzt. Ich möchte das Thema Stahl einordnen und etwas greifbarer machen. Hierzu setze ich den Stahlverbrauch der alten Köhlbrandbrücke mit der aktuellen Weltstahlproduktion in Beziehung. Denn wenn es CO2 geht, müssen wir immer die ganze Welt als Referenz nehmen. Es geht also darum, zu sehen, welche Mengen an Stahl weltweit in wenigen Minuten produziert werden und wie viele Minuten an Weltstahlproduktion in einer großen Brücke verbaut werden. Würden wir direkt neben der aktuellen Köhlbrandbrücke einen identischen Klon bauen, würden wir dafür 3,6 Minuten der Weltstahlproduktion verbrauchen. Das heißt, in 3,6 Minuten wird genug Stahl produziert, um eine neue Stahlbrücke zu bauen – eine erstaunlich niedrige Zahl. - Bei einem derart wichtigen Infrastrukturprojekt... - Herr Risch, entschuldigen Sie bitte. Ich ich kann nicht ganz folgen, inwieweit Sie noch beim Thema der Aktuellen Stunde sind. - Also die Wirtschaftsbehörde ist in SPD-Hand, wenn ich das richtig sehe. - Okay. Und das Thema, was Sie hier aufrufen, ist auch so von der CDU nicht angemeldet. Also bitte bleiben Sie doch ein bisschen beim Thema, Sie haben noch 45 Sekunden. Bei einem derart wichtigen Infrastrukturprojekt für den Hamburger Hafen spielt für den Senat anscheinend auch der Stahlverbrauch eine Rolle. Doch, man rühmt sich damit, dass man stahlsparend baut. Und Deutschland ist ein Irrenhaus mit permanent falschen Prioritäten. Man opfert auf der GRÜNEN Ideologie die doppelte Verkehrskapazität und freut sich, dass man Stahl gespart hat. Wie kann man das Stahlsparen herausstellen als Errungenschaft? Und das wäre ja so toll. Das ist verrückt. Nein, das liegt an der Energiewende oder an der GRÜNEN Ideologie, die Deutschland ruiniert.
