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Marco Hosemann

DIE LINKE 2:17 min Sitzungen 23/25

Ja, sehr geehrte Präsidentin, liebe Hamburger:innen und Abgeordnete der demokratischen Fraktionen. Das Kulturzentrum der Jüdischen Union in Hamburg-Nord ist weit mehr als nur ein Veranstaltungsort. Es ist ein Begegnungsraum, ein Safe Space, ein Ort des Austauschs für jüdisches Leben in unserer Stadt. Hier finden Kinder Hausaufgabenhilfe und Freizeitangebote, Senior:innen Unterstützung gegen Einsamkeit, für digitale Teilhabe und Demenzprävention. Hier wird interreligiöser Dialog gelebt, kulturelle Vielfalt sichtbar gemacht und Antisemitismus aktiv entgegengetreten. Dafür sind wir Armin Levy und allen anderen, die sich dort ehrenamtlich engagieren, sehr dankbar. Gerade in einer Zeit, in der antisemitische Vorfälle zunehmen und jüdisches Leben verstärkt unter Druck steht, dürfen wir nicht zulassen, dass dieser wichtige Ort, diese wichtige Arbeit verloren geht. Besonders ärgerlich ist hierbei, dass wieder einmal die Zuständigkeit zwischen Bezirks- und Landesebene hin- und hergeschoben wird und keiner Verantwortung übernehmen will. Das Kulturzentrum steht zwar im Bezirk Hamburg-Nord, seine Bedeutung reicht aber weit über die Bezirksgrenzen hinaus. Es wird von Menschen aus ganz Hamburg genutzt und erfüllt Aufgaben, die im gesamtstädtischen Interesse liegen. Es braucht auch gar nicht viel Geld, um das Kulturzentrum der Jüdischen Union zu retten. Für das laufende Jahr fehlen gerade mal 25.000 Euro und perspektivisch für die nächsten Jahre 66.000 Euro im Jahr. Und da stellt sich schon die Frage, wie es sein kann, dass für die Olympia-Bewerbung 18 Millionen aus dem Ärmel geschüttelt werden, während für so ein wichtiges Angebot um vergleichsweise geringe Summen gerungen werden muss. Prioritäten zeigen sich eben nicht nur in Sonntagsreden, sondern auch in Haushaltsentscheidungen. Angesichts des steigenden Antisemitismus ist die Absicherung dieses Safe Space für jüdische Menschen und wichtigen Akteurs im interreligiösen Dialog unverzichtbar. Diese Arbeit verdient Anerkennung und eine verlässliche Finanzierung. Hier muss Hamburg Haltung beweisen und den Fortbestand dieses wichtigen Kulturzentrums sichern. Stimmen Sie deshalb bitte dem Antrag zu.

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