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Astrid Hennies

SPD 4:23 min Sitzungen 23/25

Sehr geehrte Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren. Liebe Frau Möller, ich muss Ihnen leider widersprechen. Für einen starken Wirtschaftsstandort braucht Hamburg gut qualifizierte Fachkräfte, da sind wir einer Meinung. Deshalb müssen die beruflichen Schulen eng mit den Anforderungen der Wirtschaft verzahnt sein. Das fordern Sie in Ihrem Antrag. Und genau das ist in Hamburg längst Realität. Die enge Zusammenarbeit zwischen beruflicher Bildung und Wirtschaft ist in unserer Stadt gelebte Praxis. Wirtschaftsbehörde und Schulbehörde mit dem Hamburger Institut für berufliche Bildung, kurz HIBB, arbeiten seit Jahren eng und in festen Strukturen zusammen. Dabei werden die Bedarfe der Wirtschaft kontinuierlich in den Anforderungen in den Blick genommen und der Arbeitswelt angepasst. Gerade angesichts der digitalen Transformation, Stichwort KI, und dem demografischen Wandel, Fachkräftemangel, ist diese Abstimmung wichtiger denn je. Die Zusammenarbeit mit der Praxis findet auf vielfältige Weise statt, beispielsweise im Hamburger Fachkräftenetzwerk, im Kuratorium des HIBB, dem Landesarbeitsausschuss für Bildung sowie der Jugendberufsagentur. Mit dem Masterplan "Handwerk 2030" haben wir zudem ein bedeutendes Instrument, das die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit von Senat und Handwerk festschreibt. Aktuell bereiten Senat und Handwerkskammer gemeinsam das Maßnahmen-Monitoring für den Berichtszeitraum 2024/2025 vor. Die Entwicklung und Bedarfe im Bereich der beruflichen Bildung und Fachkräftesicherung im Handwerk werden hier systematisch betrachtet. Und auf eine aktuelle Veranstaltung möchte ich hier in diesem Zusammenhang auch gerne kurz aufmerksam machen. Am 11. Juni findet der Fachtag des Paktes für berufliche Schulen zum Thema digitale Bildung, künstliche Intelligenz des HIBB statt, also immer up to date. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit in diesen Gremien erfolgt regelhaft und institutionell und ebenso anlassbezogen für wichtige Anliegen und Projekte. Das Bundesinstitut für Berufsbildung, BIBB, bescheinigt Hamburg regelmäßig eine im Bundesvergleich überdurchschnittlich gute Passung zwischen den Bedarfen der Wirtschaft und den von jungen Menschen gewählten Ausbildungsberufen. Auch die Hamburger Berufsschulen kooperieren täglich mit ihren Ausbildungspartnern. Betriebsbesuche, Expertengespräche, Kooperationen mit Institutionen stehen hier auf dem Stundenplan wie im Konzept "Bildung im 21. Jahrhundert" der Beruflichen Schule für Wirtschaft und Internationales. Seit 2021 haben wir mit der Beruflichen Hochschule Hamburg, BHH, ein weiteres innovatives Bildungsangebot geschaffen, das berufsbildende Schulen, Betriebe und Wissenschaft verzahnt. Ich finde, ein einzigartiges Haus. Auch hier wird schnell und zielgerichtet auf aktuelle Herausforderungen reagiert. So wurde an der BHH beispielsweise vor dem Hintergrund der hohen gesellschaftlichen Relevanz der Pflegeberufe zum Wintersemester 2024/2025 der Studiengang Angewandte Pflegewissenschaften eingeführt. All dies zeigt: Die Zusammenarbeit zwischen beruflicher Bildung und Wirtschaft funktioniert in Hamburg bereits erfolgreich. Das muss nicht erst geschaffen werden durch einen Antrag der CDU. Deshalb sehen wir weder die Notwendigkeit einer Neuausrichtung noch eines zusätzlichen parlamentarischen Kontrollsystems. Auch bei der Gewinnung von Lehrkräften handeln wir bereits mit Quer- und Seiteneinstiegen, dem Projekt "Praxis von Anfang an" sowie dem gezielten Ausbau von Ausbildungskapazitäten in Mangelfächern. Hamburg braucht starke Berufsschulen, starke Betriebe und gut ausgebildete Fachkräfte. Das ist gar keine Frage, daran arbeiten wir bereits erfolgreich. Ihr Antrag beschreibt keinen Handlungsbedarf, sondern den Status quo, deswegen lehnen wir Ihren Antrag ab.

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