Lisa Maria Otte
Liebes Präsidium, liebe Abgeordnete! Wenn man eine Revierförsterei besucht, dann versteht man schnell, wie Waldschutz konkret wirkt. Bei meinen Besuchen im Klövensteen, im Niendorfer Gehege oder auch in Hausbruch habe ich engagierte Förster getroffen, die ihre Wälder zum Beispiel nach Stürmen kontrollieren, junge Bäume nachpflanzen, Lebensräume für Tiere schützen und dafür sorgen, dass Menschen unsere Wälder sicher nutzen können. Dabei habe ich auch gesehen: Manche Gebäude sind ziemlich in die Jahre gekommen. Das aktuelle Gutachten bestätigt diesen Eindruck. Feuchtigkeitsschäden, veraltete Technik und bauliche Mängel erschweren die Arbeit vor Ort massiv. Teilweise ist sogar die Arbeitssicherheit gefährdet. Genau deswegen befassen wir uns heute mit den Revierförstereien. Die acht Hamburger Revierförstereien organisieren zentrale Aufgaben für unsere Wälder. Waldbau und Waldpflege, Naturschutz, Waldtierhege, Verkehrssicherung, die Unterhaltung von Wanderwegen und Naherholungseinrichtungen sowie Umweltbildung für Kinder und Erwachsene. Gleichzeitig geht es unseren Wäldern aber leider nicht gut. Von den Dürrejahren 2018 bis 2020 haben sie sich vielerorts eben noch nicht erholt. Stürme haben Bäume umknicken lassen und Bestände geschädigt. Nur jeder fünfte Baum ist gesund. Besonders betroffen sind Kiefern und Eichen. Das zeigt auch der aktuelle Waldzustandsbericht der Bundesregierung. Deshalb haben wir früh gehandelt. Mit dem Sonderfonds Wald haben wir zusätzliche Mittel bereitgestellt, um geschädigte Flächen wieder aufzuforsten und unsere Wälder widerstandsfähig zu machen. In Hamburg setzen wir bewusst auf artenreiche Mischwälder, die mit den Folgen des Klimawandels besser zurechtkommen als monotone Bestände. Wenn einzelne Baumarten unter Trockenheit oder Sturm leiden, können andere Arten dann die entstehenden Lücken schließen. Das macht unsere Wälder robuster und es schafft Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das Sanierungsgutachten zeigt: In den Revierförstereien geht es um Risiken im laufenden Betrieb. Fehlende Absturzsicherungen, gesperrte Bauteile wegen instabiler Konstruktionen, Schimmelbelastungen im Keller und in Sanitärbereichen sowie hygienische Probleme bei Trinkwasserleitungen. Hinzu kommen Umwelt- und Sicherheitsfragen bei der Lagerung von Kraftstoffen, defekte Lüftungs- und Absauganlagen in Werkstätten und technische Mängel, die unmittelbar die Arbeitssicherheit betreffen. Es geht also ganz konkret um die Arbeitsbedingungen vor Ort. Dort, wo Sicherheits- und Umweltprobleme bestehen, da müssen wir priorisieren. Wo ohnehin saniert wird, sollen wir auch energetische Verbesserungen mitdenken, etwa moderne Heiztechnik, Wärmepumpen und Photovoltaik. Das reduziert Emissionen und hilft langfristig dabei, auch die Betriebskosten zu senken. Die Revierförsterei im Niendorfer Gehege zeigt, was da möglich ist. Auf dem Betriebshof wurden letztes Jahr Solarmodule installiert. Die Dächer der Gebäude sind seit Jahren begrünt, und für die meisten Fahrten kommen längst E-Lastenräder zum Einsatz. So kann eine moderne Försterei in einem Stadtwald aussehen. Jedoch gibt es auch hier noch immer feuchte Keller und weiteren Sanierungsbedarf, den wir jetzt auch gezielt angehen. Um verantwortungsvoll mit den verfügbaren Mitteln umzugehen, prüfen wir auch, welche Fördermöglichkeiten von Bund und Europäischer Union genutzt werden können. Außerdem beziehen wir natürlich auch die Bezirke mit ein für die weitere Planung. Als Umwelt- und Tierschutzpolitikerin ist mir besonders wichtig, worauf es am Ende ankommt, nämlich Hamburgs Wälder als Rückzugsorte für Fledermäuse, Spechte, Uhus, Frösche und Füchse und viele weitere Arten zu erhalten. Sie sind Erholungsräume für die Menschen in unserer Stadt und sie sind auch ein wichtiger CO2-Speicher. Wer sichere Wege, gesunde Mischwälder und Lebensräume für Tiere erhalten will, braucht Forstleute, die ihre Arbeit unter guten Bedingungen erledigen können. Genau dafür schaffen wir mit unserem Antrag jetzt die Grundlage. Vielen Dank.
