Alske Freter
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Kolleg:innen. Sehr geehrte CDU, also ich muss ganz schön ehrlich sagen hier am Anfang: Sich hier hinzustellen als CDU und über Misstrauen, Vertrauen zu reden, wenn man in einer Partei ist, die den Bundeskanzler stellt, der gerade wahrscheinlich nicht mal das Vertrauen seiner eigenen Partei hinter sich hat, und das zurecht an dieser Stelle, das ist wirklich schon ein Stück, muss ich an dieser Stelle sagen... Ich würde an Ihrer Stelle... Ich würde an Ihrer Stelle einfach mal kleinere Brötchen backen, einfach den Ball ein bisschen flacher halten. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich war, als ich das allererste Mal gehört habe von der Idee, wieder Olympia in Hamburg, da war ich nicht ganz so überzeugt, ganz am Anfang. Aber wir haben uns ja wirklich stundenweise im Sportausschuss damit auseinandergesetzt, haben uns das Konzept angeguckt. Und ich war wirklich überzeugt: Das ist eine Chance für unsere Stadt. Das kann gut werden. Und es stimmt auch nicht – das muss ich in die Richtung der Linken sagen –, dass sich da gar nichts verändert hat zu 2015. Das war ein komplett anderes Konzept, und das hat auch ganz viel mit den Anforderungen des IOCs zu tun. Das kann man kritisieren. Das ist ganz klar, kann man kritisieren, bestimmt in vielen Punkten. Aber es gab viele neue Anforderungen, wie zum Beispiel keine extra Riesenbauten, die nachher Ruinen sind, und das hat man in diesem Konzept gesehen. Das war ein gutes Konzept. Es gehört auch zur Ehrlichkeit dazu, dass Hamburg, ich glaube, die einzige Stadt war, die so ein detailliertes Finanzkonzept vorgelegt hat vor einem Referendum. Das hat München zum Beispiel nicht gemacht, hatten trotzdem eine sehr große Mehrheit. Vielleicht war das unser Fehler, man weiß es nicht. Aber ich fand das Konzept wirklich gut und überzeugend, deswegen war ich am Sonntag auch enttäuscht. Genauso wie viele im organisierten Sport auch. Und ich find es auch nicht richtig, sich jetzt hierhin zu stellen und so zu tun, als ob der organisierte Sport eigentlich in Wirklichkeit doch dagegen war, nur weil sie jetzt nicht jedes einzelne Mitglied befragt haben dazu. Wie meine Kollegin Frau Imhof am Anfang aber schon sagte: Wir nehmen dieses Ergebnis mit Respekt an. Denn so funktioniert Demokratie <i>- Demut!</i> - und... Genau, Demut, ja. Das wundert mich, dass Sie das Wort überhaupt kennen, Herr Nockemann. Weil es gehört auch zur Ehrlichkeit dazu, wenn man in den Stadtteilen unterwegs war und mit Menschen gesprochen hat, dann hat man gemerkt: Die Skepsis, das war keine Gleichgültigkeit. Die Menschen haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Sie haben abgewogen: Was kostet das wirklich? Wer trägt am Ende das Risiko? Und am Ende haben die Antworten, die Sie von uns bekommen haben, anscheinend nicht ausgereicht, und das müssen wir respektieren und daraus müssen wir auch lernen am Ende. Ich finde trotzdem... Ich finde trotzdem, dass das Nein kein Misstrauensvotum ist gegen uns oder gegen den Senat. Jetzt läuft mir die Zeit davon. Ich möchte am Ende noch einmal einen Punkt klarmachen: Die Debatte, der Dialog, der daraus entstanden ist aus diesem ganzen Thema Olympia, der war trotzdem gut. Denn wir haben uns trotzdem damit auseinandergesetzt, was wir für unsere Stadt wollen. Und ich lade alle ein, dass wir gemeinsam weiter an diesem Hamburg weiterbauen. Danke!
