Michael Gwosdz
So, liebe Präsidentin, liebe Kolleg:innen! Lieber Dennis Thering, ehrlicherweise bin ich heilfroh, dass der Bürgermeister sich nicht ein Vorbild an Ihnen nimmt. Weil von Innehalten, von Nachdenken, von Selbstreflexion, da ist bei Ihnen keine Spur. Da habe ich bei Peter Tschentscher aber ganz viel gehört. Aber das, was Sie hier abliefern, das ist leider... ...das ist leider auch so langweilig berechenbar. Weil ehrlicherweise, wir dachten so ein bisschen, ja, die CDU, die steht da mit Feuer und Flamme auch an unserer Seite bei Olympia. Aber einige von uns haben schon am Sonntagabend gesagt: "Ihr werdet sehen, Dennis Thering ist der erste, der von der Fahne springt" "und nichts mehr damit zu tun haben wollte." Und genau das ist eingetreten. Sie bestätigen alles, alles, was man über Sie wissen... Und ehrlicherweise, wenn Sie den Bürgermeister irgendwie auffordern, souverän zu reagieren und dann hier aber nicht mal als Fraktionsvorsitzender Zwischenfragen zulassen, das ist unsouverän, das ist kein Vorbild, das ist nicht die Führung, die die Stadt braucht. <i>Er hat hier fast geweint... für Olympia.</i> So. Und dann noch mal das Vertrauen der Menschen in den Senat. Dieser Senat, das zeigen auch die Umfragen aus diesem Jahr wieder, ist eine der Landesregierungen, wenn nicht die Landesregierung, mit den höchsten Zustimmungswerten überhaupt, mit dem höchsten Vertrauen der Menschen in eine Landesregierung bundesweit. Und das hat auch damit zu tun, und das hat der Bürgermeister auch gerade ausgeführt, das hat auch damit zu tun, dass wir natürlich bei so einer Frage wie "Soll Hamburg sich für die Olympischen Spiele bewerben" das Vertrauen haben zu sagen, diese Frage legen wir der Bevölkerung zur Abstimmung vor. Und so was spüren die Menschen auch, dass sie sehen, sie werden hier nicht über den Tisch gezogen, vor vollendete Tatsachen gestellt, sondern ihr Votum wird ernst genommen. Sie dürfen so eine Frage entscheiden. Das entscheiden wir nicht für die Zukunft und legen hier auf Jahrzehnte die Stadt fest auf ein Projekt, sondern das entscheiden wir gemeinsam. Und das stärkt Vertrauen. Und dass ein Gewinn und ein Sieg bei einer Abstimmung rund um Olympische Spiele mit deutlicher Mehrheit auch nicht unbedingt heißt, dass die Leute dann wiederum der Regierung vertrauen, das sehen wir in München. Da haben sich 66 Prozent für Olympia ausgesprochen und dann ein paar Monate später ihren Bürgermeister mit, ja, Pauken und Trompeten aus dem Rathaus gejagt. Also auch das kann eine Reaktion sein und dann der Umgang mit dieser Entscheidung. Und noch ein paar Worte Richtung der Linken. Ich bin ehrlicherweise... Ich komme nicht drauf klar auf Ihre Zahlenjonglierereien, ja? Erst haben Sie festgestellt, die 6 Milliarden, die insgesamt im Budget vorgesehen waren, die meisten davon sind ja gedeckt durch Ticketingeinnahmen, durch Sponsoring, durch IOC-Zuschüsse. Wenn die Olympischen Spiele nicht stattfinden, dann sind die natürlich auch nicht da, um auszugeben... Jetzt konstruieren Sie ja, das sind andere 6 Milliarden, die aus den Kostensteigerungen, die Sie sich ausdenken, die kommen könnten. Wo Sie dann aber gleichzeitig auch sagen, ja, diese Kostensteigerungen könnte sich Hamburg nicht leisten. Jetzt wollen Sie die fiktiven Kostensteigerungen als Gegendeckung nehmen für Ausgaben von irgendwas. Das ist so was von unseriös. Da ist ehrlicherweise, da sind mir Ihre Haushaltsanträge, wo Sie sonst sagen: "Führt eine Vermögenssteuer ein" – was zwar der Bund machen muss – "und lass uns dann das Geld ausgeben", das ist deutlich seriöser als diese Rechnung, die Sie jetzt hier gerade gemacht haben. Und abschließend freue ich mich, wenn wir uns im Sommer 2040 zum Public Viewing an der Binnenalster treffen und Deutschland mal wieder eine Goldmedaille im 3x3-Basketball holt. Vielen Dank.
