Julian Herrmann
Ja, vielen Dank. Einmal kurz drauf eingehen möchte ich dann doch noch schon, weil von der SPD ja der Punkt kam, dass es InnoFounder gibt. Das hab ich ja gar nicht bestritten, habe ich ja auch in meiner Rede schon erwähnt. Und ja, die Förderrate bei InnoFounder ist höher und ja, es geht potenziell sogar 18 statt 12 Monate, keine Frage. Aber es hat ja anscheinend a) nicht wirklich einen Effekt, weil NRW hat deutlichen Zuwachs sogar über Bundesschnitt, was Neugründungen angeht, Hamburg deutlich unter Bundesschnitt und rutscht immer weiter ab. Drei Städte aus NRW haben uns mittlerweile überholt. Da muss man ja schon die Frage stellen: Entfaltet dieses Instrument, auch wenn es formal eine höhere Rate hat, mehr Wirkung? Und da verweise ich nur noch mal darauf: 160 Förderungen in Hamburg, InnoFounder, versus über 4.500 Gründer in NRW mit dem Gründerstipendium. Das geht einfach in eine ganz andere Richtung. Es ist anderes Förderinstrument. Und ein weiterer Punkt ist auch: Ich kann nur empfehlen, sprechen Sie mal mit führenden Hochschulen, was das Thema Gründung angeht in Deutschland. Da können Sie natürlich nicht unbedingt mit der Uni Hamburg sprechen. Leider – würde ich mir auch was anderes wünschen. Aber wenn Sie mit denen sprechen, da wird niemandem empfohlen werden, hier nach Hamburg zu gehen, um zu gründen, weil diese Instrumente hier so toll sind. Ja, die IFB macht grundsätzlich eine solide Arbeit, aber deutschlandweit empfiehlt Ihnen kein Mensch, hierher zu kommen, um zu gründen. Das sieht bei NRW anders aus. Sie können jetzt sagen, ist weniger Geld pro Monat und so weiter. Aber an der WHU, an der Uni Mannheim, an der Uni Karlsruhe und so weiter, da werden Ihnen Leute empfehlen, weil es schnell und unbürokratisch geht, dort nach NRW zu gehen, weil eben eine Expertenjury und kein Sachbearbeiter in der Bank entscheidet beispielsweise. Von daher ist das eine wichtige Ergänzung für die Förderlandschaft, und dabei bleibe ich. Und an die Linkspartei auch einmal an der Stelle einmal kurz gesagt: Also ich kann als Sohn einer alleinerziehenden Mutter und Erstakademiker in meiner Familie sehr gut über Aufstieg sprechen, und ich bin mir sicher, dieses Gründungsstipendium hilft gerade Menschen, die eben nicht den finanziellen Hintergrund mitbringen und sich sonst nicht trauen würden. Aber wo ich ganz, ganz sicher bin, ist, dass die Versprechen der Linkspartei keinem Arbeiterkind beim Aufstieg helfen werden. Das hat nämlich nichts mit Leistung zu tun, und es braucht Leistung und Chancengerechtigkeit, nur beides zusammen funktioniert. Das, was Sie hier von sich gegeben haben, hilft niemandem beim Aufstieg. Danke.
