Marc Schemmel
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Wer den Debatten zur Olympiabewerbung in den letzten Monaten aufmerksam folgt und auch eben Ihrer Rede wieder, der merkt schnell: Sie wiederholen immer gerne dieselben alten Vorwürfe, selbst dann, wenn sich dort schon längst was verändert hat oder überholt sind. Und Ihr Prinzip ist ganz simpel: Dagegensein ist alles. Und was Sie aber nicht machen: Sie reden kaum über den Sport selbst, Sie reden kaum über den Parasport und Inklusion, und Sie reden vor allem nicht über die Chancen für unsere Stadt, die sich für die Stadtentwicklung, für den sozialen Zusammenhalt, für die Erhöhung der Lebensqualität und vor allem natürlich auch für die Modernisierung der gesamten Infrastruktur mit einer erfolgreichen Bewerbung eröffnen. Und natürlich eröffnen sich auch große Möglichkeiten für die weitere Stärkung des Hamburger Sports, wo wir gemeinsam mit den Vereinen und Verbänden in den letzten 15 Jahren enorm viel bewegen konnten. Unsere Vereine wachsen. Wir haben Rekordzahlen in unseren Vereinen, insbesondere im Bereich der Kinder und Jugendlichen. Wir investieren jetzt schon massiv in Sportstätten, in Schwimmhallen, in Bewegungsangebote. Wir fördern Bewegung und Teilhabe im Sport unabhängig von Herkunft oder Einkommen und wir zeigen auch immer wieder, dass unsere Stadt große Sportveranstaltungen ganz hervorragend organisieren kann. Hamburg ist national und international – das darf man einmal sagen – anerkannt eine der führenden Sportstädte. Und der Stellenwert von Sport und Bewegung in unserer Stadt war, glaube ich, noch nie so hoch wie heute. Und das, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist auch die beste Grundlage dafür, dass wir uns sehr selbstbewusst für Olympische und Paralympische Spiele bewerben können. Natürlich muss sich auch mit den Kritikpunkten und Risiken offen auseinandergesetzt werden. Keine Bewerbung tut das so umfangreich und intensiv wie die Hamburger. Aber man sollte bei den Fakten bleiben. Und wenn Sie wider besseren Wissens behaupten, Olympia nehme Geld von Sportstätten weg oder Olympia diene nur dem Profit von IOC und Großkonzernen, dann ist das schlicht irreführend und purer Populismus, und das wissen Sie auch ganz genau. Liebe Kolleginnen und Kollegen, es geht doch bei Olympischen Spielen nicht in erster Linie um Profit. Es geht um die gemeinsame verbindende Idee. Wir wollen mit unserer tollen Stadt Gastgeber des größten internationalen Sport-, Friedens- und Begegnungsfestes sein. Wir wollen Menschen aus aller Welt hier zusammenbringen. Wir wollen mit den Paralympics ein starkes Signal für noch mehr Inklusion und Chancengleichheit senden. Wir wollen positive Perspektiven und Vorbilder für die Jugend und wir wollen Olympia nutzen, um Hamburg gemeinsam noch besser zu machen. Deswegen am 31. Mai mit Ja stimmen. Vielen Dank.
