Peggy Heitmann
Sehr geehrte Präsidentin, meine Damen und Herren, liebe Hamburger! Vielleicht können wir uns über einen Tatbestand einigen: Das Worst-Case-Szenario ist zumindest zur Grundlage der derzeitigen Rechtsprechung geworden. Und das ist ein Problem – für den Zukunftsentscheid, für unsere Klimagesetzgebung hier in Hamburg und auch für das Grundgesetz. Und darüber wollen Sie hier jetzt im Hause einfach so hinweggehen, als sei gar nichts passiert. Herr Mohrenberg, das Modell, von dem wir hier sprechen, wurde nicht geändert, weil Hamburg jetzt so viele Solaranlagen und Windenergieanlagen aufgebaut hat. Es wurde geändert, weil in diesem Modell wurde so viel Gas, Öl und Kohle eingerechnet, wie es gar nicht auf diesem Planeten gibt. Und das war 2010, ja. Das wurde heute verändert. Da denkt man 1 bis 2 Grad. Ja, die 1 bis 2 Grad sind gerechnet bis 2100. Das sind 75 Jahre. "Und auf dieser Grundlage", sagen Sie jetzt, "werden wir Hamburg einfach mal deindustrialisieren." Und was daraus wird, das haben wir... Das haben wir jetzt gehört: In den ersten drei Monaten dieses Jahres haben wir in Deutschland 486.000 Industriearbeitsplätze verloren. Und das ist das Problem – auf Grundlage eines Modells, von dem wir jetzt einfach mal sagen: "Entschuldigung, wir haben uns vertan!" "Es sind nicht 5 Grad, es ist nur 1 Grad." "Und jetzt lebt mal damit und jetzt bezahlt es!" Aber es gibt noch einen Aspekt, der bis jetzt nicht genannt wurde: Dieses Klimagutachten lag ja schon länger vor, und zwar seit anderthalb Jahren. Es wurde jetzt erst offiziell. Die US-amerikanische Regierung hat dieses Klimagutachten schon lange in die Politik einbezogen und deswegen auch schon die Kehrtwende gemacht. Jetzt hat das ICPP es offiziell gemacht, und jetzt können Sie es nicht mehr verneinen. Und das ist das Problem. Diese Information ist besonders wichtig, weil vor ungefähr einem Jahr begann die Kampagne zum Zukunftsentscheid. Wie hätten die Hamburger denn abgestimmt, wenn sie gewusst hätten, es könnte im Jahr 2100, wenn sie wahrscheinlich schon lange gar nicht mehr hier sind, in Hamburg um 1 Grad wärmer werden? Wie hätten sie dann abgestimmt? Und was hätte das für die Hamburger bedeutet? Für die Hamburger Industrie und für die Hamburger, auch in Steilshoop, wenn wir schon mal dabei sind. Und noch ein Aspekt: Es geht ja nicht nur darum, es geht auch um die Milliarden von den Hamburgern, die durch die Industrie hier gerade... ja, die die Hamburger bezahlen. Ich glaube, das waren 15 Milliarden in den nächsten Jahren, die hier in Hamburg fällig werden. Frau Heitmann? Ihre Redezeit ist schon länger abgelaufen. Ach so, okay. Gut, schön.
