Deniz Çelik
Sehr geehrte Präsidentin, liebe Hamburger:innen. Zunächst: Der CDU-Antrag greift ein gravierendes Problem auf, welches unbedingt gelöst werden muss, und das eint uns in der Opposition. Die Anhörungen im Gesundheitsausschuss haben klar gezeigt, wie groß die Versorgungslücke für Menschen mit ME/CFS und Post-COVID in Hamburg ist. Und wir haben dort gehört über fehlende Anlaufstellen, mangelnde Koordination, Stigmatisierung und vor allem über den Umstand, dass schwer Erkrankte von dem System oft gar nicht erreicht werden. Und ja, viele der Vorschläge im CDU-Antrag sind richtig, und sie liegen schon seit Monaten auf dem Tisch. Wir haben schon bereits mit einem eigenen Antrag vor anderthalb Jahren ganz konkrete Vorschläge gemacht. Zum Beispiel den Aufbau einer Hochschulambulanz, aufsuchende Versorgung, sektorübergreifender Strukturaufbau. Aber es ist bitter enttäuschend, dass seit der Anhörung im November wieder kaum was in Bewegung gesetzt wurde. Und das muss sich ändern! Der Senat verweist auf die Selbstverwaltung, auf die Kassen, auf die Zuständigkeiten, aber der Senat entzieht sich auch – und das muss man auch mal so sagen – sich der politischen Verantwortung. Gerade wenn die Strukturen nicht funktionieren, braucht es doch politisches Handeln. Und warum passiert das nicht? Die Konzepte liegen ja vor, es wurde ja gesagt, es gibt vom UKE ein entwickeltes Dreistufenmodell. Das muss aber jetzt umgesetzt werden. Und dieser Prozess, den müssen Sie von Rot und GRÜN in Gang setzen. Und statt Umsetzung aber erleben wir Stillstand. Und das muss sich endlich ändern! Und dann die... Herr Görg, Sie sprechen von der Finanzierung. Ich möchte mal auf unser Nachbarbundesland mal verweisen, Schleswig-Holstein. Dort wird gezielt mit Landesmitteln spezialisierte Ambulanzen für Erwachsene und Versorgungsangebote für Kinder und Jugendliche gerade im Bereich Long-COVID ja eingerichtet. Und da könnten Sie sich doch daran orientieren. Und auch Hamburg könnte doch mal Geld in die Hand nehmen und diese Strukturen, Versorgungsstrukturen aufbauen. Und deshalb bin ich auch dankbar, Frau Christ, dass Sie diesen Antrag hier eingebracht haben, weil die Dringlichkeit besteht, und Sie müssen endlich jetzt auch anfangen zu handeln. Deshalb stimmen wir diesem Antrag zu. Und wir wollen, dass Sie endlich Ihrer Verantwortung gegenüber den Tausenden Betroffenen hier in Hamburg gerecht werden. Also fangen Sie an zu handeln!
