Christin Christ
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, wir wollen heute dafür sorgen, dass es Tausenden Menschen in Hamburg endlich besser geht, dass ihre Erkrankung erkannt, anerkannt und möglichst gut behandelt wird. Es ist dringend notwendig, dass der Senat endlich handelt. Denn bereits vor einem Jahr haben wir hier in der Bürgerschaft über die Versorgung von Menschen mit postinfektiösen Erkrankungen, insbesondere ME/CFS, Post-COVID und Post-Vac diskutiert. Im Gesundheitsausschuss haben uns Expertinnen und Experten klar aufgezeigt, wo die Probleme liegen und was zu tun ist. Passiert ist seitdem aber viel zu wenig. Hunderttausende Betroffene bundesweit, mehrere Tausend Neudiagnosen allein in Hamburg – und eine Versorgung, die diesem Bedarf in keiner Weise gerecht wird. Für viele Erkrankte bedeutet das lange Odysseen, Fehldiagnosen, fehlende Therapieangebote und oftmals der Rückzug aus einem selbstbestimmten Leben. ME/CFS ist keine Befindlichkeitsstörung, sondern eine schwerwiegende Erkrankung, die von der WHO seit Jahrzehnten anerkannt ist. Die Anhörungen im Ausschuss haben deutlich gemacht, es reicht eben nicht, punktuell etwas zu verbessern. Wir brauchen endlich ein durchdachtes, sektorübergreifendes Versorgungskonzept von der Hausarztpraxis bis zur spezialisierten Forschung. Und genau hier setzt unser neuer Antrag an. Wir wollen ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum mit Ambulanz schaffen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Wir wollen die Versorgung systematisch verzahnen, die Diagnostik verbessern und Forschung stärken. Wir wollen Pflegeplätze schaffen für die Schwerstbetroffenen, die heute oft noch durchs Raster fallen. Hamburg hat den Anspruch, eine starke und innovative Gesundheitsmetropole zu sein. Und diesem Anspruch müssen wir auch bei ME/CFS, Post-COVID und Post-Vac gerecht werden. Deshalb ist jetzt nicht die Zeit für weitere Erkenntnisse. Diese liegen längst auf dem Tisch. Jetzt ist die Zeit, endlich zu handeln. Herzlichen Dank.
