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Eugen Seiler

AfD 2:30 min Sitzungen 23/23

Sehr geehrtes Präsidium, werte Abgeordnete und Zuschauer. Der vorliegende Bericht zu den "Frühen Hilfen" in Hamburg zeigt zunächst ein ehrenwertes Ziel: Familien frühzeitig zu unterstützen, Belastungen zu erkennen und Kindeswohlgefährdungen vorzubeugen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wer ernsthaft Familienpolitik betreiben will, muss präventiv denken. Doch genau hier beginnt auch die Kritik. Denn aus einem sinnvollen Unterstützungsangebot droht zunehmend ein bevormundendes System zu werden, das Familien nicht nur begleitet, sondern subtil normiert und überwacht. Unter dem Schlagwort der "Frühen Hilfen" entsteht schrittweise eine Logik, in der staatliche Stellen immer tiefer in den privaten Raum der Familien eindringen. Das ist kein Unsinn. Besonders problematisch ist dabei die faktische Zielgruppenverschiebung. Offiziell richten sich die Angebote an alle Familien. In der Praxis konzentriert sich die Ansprache jedoch stark auf Bezieher staatlicher Leistungen, junge Eltern und sozial belastete Haushalte. Damit entsteht schnell ein Generalverdacht. Wer Grundsicherung bezieht, gilt latent als Risikofall. Das ist politisch wie gesellschaftlich hochproblematisch. Leistungsbezug allein sagt nichts über Erziehungsfähigkeit oder familiäre Stabilität aus. Wenn Jobcenter, Sozialbehörden und Jugendhilfe standardisiert auf "Frühe Hilfen" verweisen, verschwimmt die Grenze zwischen freiwilliger Unterstützung und sozialem Druck. Familien können leicht den Eindruck gewinnen, sie müssten staatliche Begleitung akzeptieren, um nicht negativ aufzufallen. Freiwilligkeit wird dann zur bloßen Formalie. Wir brauchen deshalb eine klare Rückbesinnung auf das Prinzip der Eigenverantwortung. Staatliche Hilfen ja, aber nur dort, wo sie tatsächlich notwendig und gewünscht sind. Familien sind keine Verwaltungsobjekte, sondern der Kern unserer Gesellschaft. Hilfen müssen zielgenau, effizient und respektvoll sein. Eine starke Familienpolitik stärkt Eltern in ihrer Eigenverantwortung, statt sie unter einen dauerhaften Rechtfertigungsdruck zu setzen. Vielen Dank.

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