Lisa Kern
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleg:innen! Der Bericht des Familien-, Kinder- und Jugendausschusses zeigt sehr deutlich: Wer Familien stärken will, muss früh anfangen. Und genau deshalb sind die "Frühen Hilfen" für uns GRÜNE kein Randthema, sondern ein zentraler Baustein funktionierender sozialer Infrastruktur. Denn die Realität heute ist so: Junge Familien stehen mehr denn je unter Druck. Schon mit Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren werden Grundsteine gelegt, die für ein ganzes Leben lang Chancen und Risiken bergen. Frühe Unterstützung ist deshalb kein Nice-to-have, sondern eine Frage von Chancengerechtigkeit. Hamburg verfügt bereits über eine gute Basis. Die "Frühen Hilfen" sind als verbindliches Netzwerk aufgebaut, in dem Gesundheitswesen, Jugendhilfe und soziale Träger gut zusammenarbeiten. Ziel ist es, Familien möglichst früh zu erreichen und niedrigschwellig zu unterstützen. Die Arbeit mit den angehenden und jungen Eltern erfordert vor allem Vertrauen. Die Unterstützungsangebote müssen stabil, verlässlich und dauerhaft sein. Das wissen wir in Hamburg, und daran orientiert sich Rot-Grün. Vertrauen entsteht nicht durch kurzfristige Programme, sondern durch dauerhafte Präsenz, durch bekannte Ansprechpartner:innen, durch etablierte Netzwerke und langfristig gewachsene Strukturen. "Frühe Hilfen" funktionieren nur dann gut, wenn sie langfristig abgesichert sind und vor Ort verlässlich wirken können. Für die Menschen, die sich an verschiedenen Stellen in den "Frühen Hilfen" engagieren, ist jede Verstetigung auch ein Zeichen unserer Wertschätzung in ihre Arbeit. Ich möchte den Blick einmal nach Harburg richten. Hier haben wir gesehen, wie wichtig kontinuierliche Angebote sind, gerade in sozial herausfordernden Quartieren. Hier können die "Frühen Hilfen" in gewohnter Weise weitergeführt werden. Der Bericht, über den wir heute debattieren, macht deutlich, dass "Frühe Hilfen" mehr sind als einzelne Angebote. Sie sind ein System, ein Zusammenspiel aus Familienhebammen, Beratungsstellen, aufsuchender Arbeit und niedrigschwelligen Zugängen. Wir wollen diese Vernetzung weiter stärken und Versorgungslücken schließen, denn noch immer gilt: Die Familien, die unsere Unterstützung am dringendsten brauchen, sind oft die, die am schwierigsten zu erreichen sind. Genau deshalb müssen wir die "Frühen Hilfen" konsequent weiterentwickeln, niedrigschwellig, aufsuchend und kultursensibel. Ein weiterer Punkt, der uns wichtig ist: Qualität... Es sind sogar zwei: Qualität und Fachkräfte. "Frühe Hilfen" stehen und fallen mit den Menschen, die sie tragen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass Fachkräfte in den "Frühen Hilfen" gute Arbeitsbedingungen haben und ausreichend Zeit für ihre Familien. Dieser Bericht ist kein Abschluss, er ist ein Auftrag. Ein Auftrag, die "Frühen Hilfen" in Hamburg weiter zu stärken, auszubauen und dauerhaft abzusichern. Denn es ist klar: Investitionen in die frühe Kindheit sind die wirksamsten Investitionen, die wir in unsere Zukunft machen können. Wer früh unterstützt, schafft Chancen für die Zukunft. Wer Familien stärkt, stärkt die gesamte Stadt. Und genau deshalb werden wir für die Hamburger Familien diesen Weg konsequent weitergehen. Vielen Dank.
