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Silke Seif

CDU 4:43 min Sitzungen 23/23

Sehr geehrte Damen und Herren! Hamburg hat mit den "Frühen Hilfen" ein wichtiges und richtiges Instrument geschaffen. Ein Hilfesystem, das dort ansetzt, wo es am meisten zählt. Bei unseren Kindern, ganz am Anfang ihres Lebens. Die Strukturen der "Frühen Hilfen" in Hamburg sind grundsätzlich gut aufgebaut. Ob Lotsendienste in Geburtenkliniken, Familienteams in den Bezirken, die enge Vernetzung zwischen Jugendhilfe und Gesundheitswesen sowie die wichtige Unterstützung vor Ort in den öffentlichen Unterkünften. Das ist alles richtig, und das unterstützen wir als CDU ausdrücklich. Was mich an dieser Stelle aber verwundert, dass wir heute erneut eine Fünfminutendebatte darüber reden müssen. Wir haben doch bereits im Familienausschuss ausführlich im Rahmen einer Selbstbefassung darüber gesprochen. <i>Umso wichtiger,</i> <i>dass es jetzt auch im Parlament ist.</i> Ich könnte jetzt sagen, viele Träger waren damals vor Ort. Ich schau mal rum, ob welche da sind. Nee, ach, die Senatorin ist auch nicht da. Aber sie war damals im Ausschuss. Für mich ist deshalb heute die entscheidende Frage: Reichen diese bestehenden Strukturen noch aus? Unsere Gesellschaft und damit auch die Familien in Hamburg stehen vor zunehmenden Herausforderungen. Immer mehr Familien geraten unter wirtschaftlichen Druck. Die psychologischen Belastungen nehmen zu. Immer mehr Kinder befinden sich in schwierigen Lebenslagen. Zusätzliche Herausforderungen kommen durch die Migration seit Jahren dazu. Und wir alle wissen aus Erfahrung: Gerade diese Familien sind auf "Frühe Hilfen" angewiesen. Doch gleichzeitig stoßen unsere etablierten Hilfe- und Unterstützungssysteme an ihre Grenzen. Das sind nicht nur politische Reden, das steht auch explizit im Landeskonzept "Frühe Hilfen Hamburg". Aus diesem Grund gilt es, klare Prioritäten zu setzen. Dazu gehört eine Finanzierung, die nicht nur solide, sondern zukunftssicher ist. Hamburg erhält 1,3 Millionen Euro Bundesmittel und etwa 3 Millionen Euro Landesmittel. Das ist ein klares Bekenntnis, aber das ist nicht zukunftssicher. Denn die Bedarfe steigen kontinuierlich, Programme laufen aus, und finanzielle Spielräume werden enger. Die entscheidende Frage an den Senat lautet: Wie geht es im Doppelhaushalt weiter? Zwar hat Senatorin Bekeris im letzten Familienausschuss signalisiert, dass es keine Kürzungen geben soll. Ich hoffe... Es wird ein Nicken. Ja, ich hoffe deshalb sehr, dass dieses Signal auch in der Haushaltsplanung umgesetzt wird. Denn Hamburger Familien brauchen Planungssicherheit. Doch Geld allein löst das Problem nicht. Der Fachkräftemangel ist das eigentliche Kernproblem. Ob fehlende Hebammen, überlastete Fachkräfte sowie steigende Fallzahlen in den Familienteams, das ist schon heute längst Realität. Die Folgen? Weniger Zeit pro Familie. Weniger individuelle Unterstützung und damit insgesamt weniger Wirkung. Wenn wir das nicht ändern, gefährden wir die Qualität der gesamten "Frühen Hilfen". Wir brauchen deshalb eine echte Fachkräfteoffensive, also bessere Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie, eine gezielte Ausbildung und Nachwuchsförderung und eine starke Bindung bestehender Fachkräfte. Dazu kommen Lücken in der Versorgung. Die Umsetzung erfolgt nicht überall gleich gut. Es gibt ungleiche Situationen in den Bezirken. Zwar werden die Mittel nach sinnvollen Kriterien verteilt, doch die Realität zeigt: Die Angebote sind nicht überall gleich zugänglich, und die Übergänge funktionieren nicht überall reibungslos. Das ist inakzeptabel. Ein Kind in Hamburg muss unabhängig vom Stadtteil die gleichen Chancen haben. Dafür braucht es mehr Steuerung auf Landesebene, verbindliche Standards sowie eine bessere Abstimmung zwischen den Bezirken. Eine weitere zentrale Frage ist die nach der Wirkung. Wir müssen wissen, was funktioniert. Diese ganze zentrale Frage wird für die CDU bislang nicht ausreichend beantwortet. Die "Frühen Hilfen" sind kein Randthema. Sie sind ein zentraler Baustein für den sozialen Zusammenhalt unserer Stadt. Wer hier investiert, verhindert später viele größere Probleme und damit auch teure Einzelfallhilfen. Das käme auch dem Anliegen von Finanzsenator Dressel entgegen, der Anfang des Jahres ja die individuellen, oft sehr kostenintensiven Einzelmaßnahmen als nicht mehr tragbar kritisierte. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass jedes Kind in Hamburg die gleichen Chancen bekommt von Anfang an. Vielen Dank.

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