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Indira Chuda

SPD 4:10 min Sitzungen 23/23

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren. Wir sprechen heute über einen Bereich, der wie kaum ein anderer zeigt, was gute Familienpolitik ausmacht. Durch das Konzept der "Frühen Hilfen" wird Chancengerechtigkeit von Anfang an ermöglicht. Es bedeutet, Familien nicht erst dann zu unterstützen, wenn Probleme groß geworden sind, sondern rechtzeitig, niedrigschwellig und ohne Stigmatisierung. Der Bericht des Familien-, Kinder- und Jugendausschusses macht eines sehr deutlich: Hamburg hat ein starkes, tragfähiges System "Früher Hilfen" aufgebaut, und dieses wirkt. Wir sehen das an den Zahlen. In unseren Geburtskliniken wurden im vergangenen Jahr bei rund viereinhalbtausend Familien Unterstützungsbedarfe erkannt. Das sind rund 24 Prozent aller Familien mit Neugeborenen. Und genau diese Familien wurden nicht allein gelassen, sondern durch Babylots:innen beraten und in passende Angebote vermittelt. Auch in den gynäkologischen und kinderärztlichen Praxen wächst das System weiter. Das ist Prävention, wie sie sein muss: nah an den Menschen, verlässlich und professionell. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die 26 Familienteams, die inzwischen in allen Bezirken Hamburgs arbeiten. Sie erreichen jedes Jahr rund 1.500 Familien, viele davon bereits während der Schwangerschaft oder in den ersten Lebensmonaten. Und sie tun das aufsuchend, multiprofessionell und mit sehr großem Engagement. Der Bericht zeigt klar: Diese Familienteams sind ein zentraler Baustein, um Familien zu stabilisieren und Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Denn wir wissen, Prävention verhindert nicht nur Folgekosten, sondern vor allem verhindert sie Leid. Sie stärkt Familien in einer Zeit, die wunderschön, aber auch sehr herausfordernd sein kann. Und sie tut dies unabhängig von Herkunft, Einkommen oder sozialer Lage. Das ist gute sozialdemokratische Familienpolitik. Hamburg hat deutlich gemacht: Die "Frühen Hilfen" haben Priorität, auch in finanziell herausfordernden Zeiten. Mit über 4 Millionen Euro an Landesmitteln für die Familienteams und einer weiteren Million für die Lotsendienste zeigt Hamburg Verantwortung. Die Landesmittel übersteigen die Bundesmittel inzwischen deutlich. Das ist ein klares politisches Signal. Wir sehen auch, dass dieses System lernfähig ist. Mehrsprachige Informationen, Dolmetschdienste und KI-gestützte Übersetzungshilfen, all das sorgt dafür, dass auch Familien mit geringen Deutschkenntnissen gut erreicht werden können. Die Lotsendienste bleiben dran. Auch nach der Entlassung aus der Klinik und wo Hebammen fehlen, wird durch "Frühe Hilfen" Brückenarbeit geleistet. Meine Damen und Herren, dieser Bericht zeigt: Hamburg stärkt Familien – früh, niedrigschwellig und wirksam. Wir investieren nicht nur in Strukturen, sondern in die Zukunft unserer Kinder. Und wir tun das, weil wir davon überzeugt sind, dass jede Familie Unterstützung verdient. Jedes Kind verdient einen guten Start, denn eine gerechte und solidarische Gesellschaft beginnt bereits in den ersten 1.000 Tagen des Lebens. Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass rechtsextreme Parteien in deutschen Parlamenten nichts zu suchen haben.

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