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Marco Schulz

AfD 2:23 min Sitzungen 23/23

Ja, sehr geehrter Herr Präsident, werte Kollegen! Über die Bedeutung des Fischmarktes für Hamburg haben sich jetzt schon genug Kollegen geäußert, das spart Redezeit. Kommen wir also direkt zu dem Punkt, warum wir uns auch heute politisch damit beschäftigen wollen. Das ist nämlich sehr gut. Es ist gut, dass wir das politisch behandeln, nämlich bevor es mal zu spät ist. Das ist häufig bei vielen Punkten eher der umgekehrte Fall. Der Standort braucht neue Zukunftsperspektiven. Da sind sich, glaube ich, alle einig. Und wo sich auch alle, ich sage jetzt mal, auf der marktwirtschaftlichen Seite des Hauses stehenden Kräfte auch einig sind: Es immer gut, neue Zielgruppen in Form von Familien, Tagestouristen zu akquirieren. Darf aber natürlich nicht dazu führen, dass die eine Gruppe sozusagen die andere Gruppe verdrängt. Und deswegen müssen wir uns bei allen Planungen, bei allen Überlegungen immer eine Kernfrage stellen. Nämlich: Was soll dieser, was soll unser Fischmarkt zukünftig sein? Soll es weiterhin ein echter Markt mit Handel, mit wirtschaftlicher Substanz sein? Oder – wie auch schon mehrfach erwähnt – eine, ja, Eventfläche, auf der dann Gastronomie, Kulisse und Veranstaltungen dominieren? Für uns ist dabei klar: Der Fischmarkt darf nicht zu einer bloßen Bühne verkommen. Ja, man kann zum Beispiel über längere Öffnungszeiten sprechen, da sind wir dabei. Was aber auf keinen Fall passieren darf, ist eine spätere Öffnung. Denn damit verprellen wir die ohnehin schon schwächelnde Gruppe, die früher mal zumindest zentral war, die hier so schön umschriebenen Nachtschwärmer vom Kiez. Und ich sage mal so: Vielleicht mag das daran liegen, dass ich jetzt auch schon in meinen Dreißigern bin, aber es ist halt schon anstrengend genug, bis 6 Uhr morgens durchzufeiern, um dann auf den Kiez zu gehen, das müssen wir jetzt nicht noch zwangsläufig erweitern. Und werte Kollegen, ein Blick auf die Realität, wie das "Abendblatt" ja auch gezeigt hat, die ja mal mit den Betroffenen, nicht nur über sie gesprochen haben, zeigt ja auch: Wenn schon heute einige Händler sagen, dass sie nach Abzug aller Kosten nur mit 30 Euro am Tag nach Hause gehen, dann ist dieses wirtschaftliche Problem nicht im Kommen, es ist schon längst da. Und deswegen müssen wir heute schon sagen: Butter bei die Fische, zuerst Kosten senken, Planungssicherheit schaffen und die Händler stärken. Und erst wenn wir diesen Kern wieder am Funktionieren haben, kann man dann morgen über alles Weitere sprechen. Vielen Dank!

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