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Arne Platzbecker

SPD 3:07 min Sitzungen 23/23

So, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebes Präsidium! Da ich nicht als Bananen-Arne in die, ja, die Geschichte unseres Parlaments hier eingehen will, werde ich die zum Schluss nicht werfen, so wie es üblich ist, sondern ich werde sie verteilen, damit keiner hungrig diese Debatte hier durchführen muss. Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute geht es um einen Ort, an dem lautes, direktes, manchmal leicht überdrehtes Verkaufen zur DNA gehört: unseren Hamburger Fischmarkt. Und der Fischmarkt ist nicht irgendein Wochenmarkt. Seit 1703 dürfen hier sonntags schon früh Waren gehandelt werden, damit der Fisch noch vor dem Kirchgang frisch auf den Tisch kam. Und heute kommt der Kirchgänger leider kaum noch, dafür kommen Familien und Touristen. Er ist Wochenmarkt... Ja. Herr Platzbecker, demonstrative Handlungen sind hier nicht erlaubt. Also Sie kommen gar nicht in Verlegenheit, mit den Bananen zu werfen. Sie nehmen sie jetzt bitte vom Rednerpult. Danke schön. - Ich verteile Sie ans Präsidium. - Gib sie mir! So. Na, zumindest haben wir ein glückliches, zumindest haben wir schon mal ein glückliches Präsidium nach dieser Debatte. Das ist doch super! Der Fischmarkt ist Wochenmarkt und touristisches Aushängeschild zugleich, ein Stück Hamburger Selbstbild und das Herzstück der Elbmeile. Fischbrötchen, Marktschreier, Elbe, sehr frühe Morgenluft für viele, die hingehen – das ist Hamburg in ganz konzentrierter Form. Aber genau deshalb dürfen wir den Fischmarkt nicht nur verwalten, wir dürfen die Elbmeile nicht nur als schöne Kulisse betrachten. Wer sagt, früher war alles lauter, voller und echter, der beschreibt vielleicht ein Gefühl, so wie die CDU das in ihrem Antrag gemacht hat, in ihrem Zusatzantrag, aber daraus entsteht eben noch keine Zukunft. Der Fischmarkt verändert sich, und Veränderung kann man beklagen oder gestalten. Und genau dafür schaffen wir mit unserem Antrag einen Rahmen, nicht mit einem fertigen Masterplan aus der Bürgerschaft heraus, sondern mit Respekt vor denen, die diesen Ort tragen: den Marktbeschickern, den Quartiersmanagern, dem Bezirk, den Kirchgemeinden St. Trinitatis und St. Pauli, die ich beide besucht habe, der Fischauktionshalle, Hamburg Tourismus, der Gastronomie und den Gewerbetreibenden entlang der Elbmeile. Und ich freue mich besonders, dass Boie Baumann heute vom Quartiersmanagement der Elbmeile hier mit dabei ist und diesen Prozess begleitet. Danke, dass du gekommen bist. Es geht hier also nicht um ein paar Marktstände am Sonntagmorgen. Es geht um einen gesamten Stadtraum an der Elbe, der für Hamburg wirtschaftlich und aus meiner Perspektive touristisch und kulturell sehr, sehr wichtig ist. Es geht darum, zu modernisieren, ohne den Charakter zu verlieren, neue Ideen zuzulassen, ohne die Seele des Ortes aufzugeben. Den Fischmarkt dürfen wir nicht musealisieren und nicht eventisieren, sondern als lebendigen Markt weiterentwickeln, mit Handel, mit Atmosphäre, mit Gästen. - Kommen Sie zum Schluss. - Ja, darum bitte ich um Zustimmung, damit der Fischmarkt auch in 50 Jahren noch nach Fisch riecht und nicht nach Museum. Danke.

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