Christin Christ
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! 455 Euro für eine Berufsurkunde, mehr als zehnmal so viel wie noch 2022 – das ist ein ernsthaftes Problem, denn wir sprechen über Menschen, die einen unverzichtbaren Beruf ergreifen wollen. Und Sie können mir glauben, auch ich in meiner aktuellen Situation weiß ganz genau, wie unverzichtbar es sein kann, eine Hebamme in diesen herausfordernden Zeiten rund um die Geburt an der Seite zu haben. Aber wir sehen, dass für diese so wichtige Berufsgruppe der Einstieg in Hamburg mit extremen finanziellen Hürden verbunden ist. Klar ist: Gebühren müssen rechtssicher sein, den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und natürlich dürfen sie auch kostendeckend sein. Aber: Sie müssen transparent, nachvollziehbar und angemessen sein. Und genau daran fehlt es hier! Trotz mehrerer Anfragen nennt der Senat keine Aufschlüsselung der Kosten. Es fehlen absolute Zahlen, klare Zeitverläufe und vor allem eine nachvollziehbare Erklärung für diesen heftigen Anstieg. Hierfür haben wir ehrlich gesagt wenig Verständnis. Wer Kostendeckung fordert, der muss auch offenlegen, wie diese Kosten zustande gekommen sind! Während in Schleswig-Holstein oder Berlin deutlich geringere Gebühren erhoben werden – wir sprechen hier von 50 beziehungsweise 85 Euro –, verlangt Hamburg mit durchschnittlich 455 Euro ein Vielfaches bei vergleichbaren Verwaltungsleistungen. Da fragt man sich doch: Arbeiten die Verwaltungen anderswo so viel kostengünstiger? Entweder ist es das. Oder sie zocken hier in Hamburg einfach bei den Gebühren nur ab. Es geht hier um das Wohl vieler Menschen und um die Frage, wie attraktiv wir den Hebammenberuf in unserer Stadt gestalten wollen. Und eine derart hohe Gebühr sendet definitiv das falsche Signal. Mit unserem Antrag fordern wir daher mehr Transparenz zu den hohen Gebühren. Und wenn diese überzogen sind, müssen sie wieder gesenkt werden, und zwar schnell – im Sinne der Hebammen, im Sinne der Familien und letztlich im Sinne der guten Gesundheitsversorgung unserer Stadt. Herzlichen Dank!
