Dr. Sabine Ritter
Ja, liebe Hamburger:innen, nach dieser Debatte bin ich nicht wirklich überzeugt, dass Rot-Grün hier gezielt handelt, sondern einfach in einem Bereich, wo es recht geschmeidig machbar scheint, den Rotstift ansetzt. Nach dem Motto, das ich gerade eben auch so gehört habe, in dem einen oder anderen Beitrag, auf anderes bezogen: Weniger ist mehr. Ich bin überzeugt davon, ich ließe mich gerne eines Besseren belehren, aber ich bin überzeugt davon, dass das ein Bruchteilchen dessen ist, was uns an Haushaltshorror in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Kultur und Soziales nach der Sommerpause erwartet. Aber die Ausbildungs-Kitas wehren sich – nicht zuletzt sehr eindrucksvoll heute auf dem Reesendamm. Und die Hamburger:innen werden sich insgesamt wehren. Das Argument, dass neue Vorgaben der KMK, der Kultusministerkonferenz, zwingend eine Schließung der Ausbildungs-Kitas bedeuten, ist wirklich nicht belastbar. Denn die Gegebenheiten vor Ort an geänderte Ausbildungsvorgaben anzupassen, ist natürlich möglich und wird ständig gemacht. In Wahrheit geht es darum, zu sparen auf Kosten der Ausbildungsqualität der Azubis, aber natürlich auch der Eltern und Kinder. Sie machen damit echt keine Werbung für die so dringend benötigten pädagogischen Ausbildungsberufe, lieber Senat. Liebe Kolleg:innen, wir diskutieren hier häufig in außerordentlich ritualisierter Art und Weise. Heute appelliere ich an Sie: Stimmen Sie unserem Antrag zu für ein Moratorium! Hören Sie die Azubis, die Beschäftigten, die Eltern und Kinder an! Senken Sie heute nicht die Ausbildungsqualität der Erzieher:innen von morgen! Ich bitte Sie drum. Danke.
