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Juliane Timmermann

SPD 6:44 min Sitzungen 23/23

Liebes Präsidium, liebe Hamburger und Hamburgerinnen! Ich stehe ehrlich gesagt noch ein bisschen unter dem, was uns vor dieser Regierungserklärung nahegebracht worden ist. Und zwar haben wir zum Gedenken am 8. Mai Helga Melmed gehört. Und die hat uns in unser Demokratiestammbuch geschrieben, dass es um Ehrlichkeit und Vertrauen geht, um Liebe, um Freiheit und Zuversicht. Und ich muss sagen, Herr Nockemann, ich habe Sie dort nicht vermisst als AfD, und auch genauso wie Sie jetzt gerade an dieser Diskussion kaum teilhaben. Weil das, was Sie uns gerade vorgeworfen haben, dass wir hier mit Gefühlen nur argumentieren – Sie sind die Partei, die mit Angst und Schrecken die Menschen verunsichern und unserer Demokratie Schaden zufügen. Ich möchte mich an den Behauptungen der Linken gar nicht groß abarbeiten. Ich glaube, wir haben es in zwei Runden bereits getan. Aber ein paar Dinge muss ich, bevor ich zu dem Thema komme, worum es, glaube ich, bei all dem im Moment geht, nämlich um Zuversicht und wie wollen wir unser Hamburg gestalten, ist: Sie werfen uns immer Behauptungen vor. Und Sie haben es heute wieder getan. Sowohl auf Ihren Papieren, auf Ihren Plakaten steht von wegen, dass man mit diesem Geld – und Sie suggerieren immer, dass irgendwo ein Geldsack steht – mit 6 Milliarden mal sind es 8 Milliarden, genauso wie das Sicherheitskonzept mal 1,2 Milliarden, heute waren wir dann mal wieder 1,7 Milliarden, jetzt 2 Milliarden kostet. Dann tun Sie... Dort suggerieren Sie, dass es kostenlosen hvv geben würde, dass die Studierenden aus Wohnheimen geschmissen würden, dass es Kostensteigerungen gibt beim Wohnen, beim Mieten. Also alles das. Und ich muss nur sagen, ich verstehe eins nicht: Sie tun so, als wenn wir mit unserer Tagespolitik aufhören. Wir haben in den letzten Jahren so viel im Bereich Wohnraum getan wie kaum eine andere Regierung zuvor. Wir hören doch damit wegen Olympischen und Paralympischen Spielen nicht auf. Und das andere ist: Sie wollen Olympische Spiele überall und Sie sind immer für Internationalität. Aber wenn es einmal darum geht, wie kann man internationale Begegnungen schaffen, und meine Kollegin Frau Imhof hat das sehr deutlich gemacht, dann geht es nur darum: Nein, wir wollen es nicht. Sie wollen Olympische, Paralympische Spiele und Sportgroßereignisse generell nicht. Sie wollen es abschaffen. Dann sagen Sie es doch, anstatt irgendwelche Behauptungen herbeizuführen, um die es gar nicht geht. Also, Olympische und Paralympische Spiele sind ein Zukunftsprojekt für diese Stadt, und ich bin froh, dass wir darüber im Moment diskutieren. Und bei all dem geht es, glaube ich, darum, wie wir diese Ideen und Ziele beschleunigen, unterstützen und weitere Kräfte freisetzen können. Das Spannungsfeld und die Fragen, die sich aufstellen, bespielen sich zwischen Zuversicht oder ängstlich in die Zukunft blicken. Und der zuversichtliche Blick bedeutet nicht, dass man Probleme ignoriert. Es heißt eher, man geht davon aus, dass man mit Unsicherheiten umgehen kann, man mehr Chancen sieht, und nicht nur Risiken, und man vertraut darauf, dass eine Entwicklung auch positiv verlaufen kann und man sie mitgestalten kann. Der ängstliche Blick auf die Zukunft dagegen richtet den Fokus stärker auf Gefahren, Kontrollverlust, versucht, Unsicherheiten zu vermeiden, führt zu Grübeln und Entscheidungsblockaden. Es geht bei der Frage um Olympische und Paralympische Spiele auch um eine Haltung zur Zukunft: zuversichtlich und gestaltbar oder ängstlich und lähmend. Und ich finde, wir sollten die Zukunft als etwas Gestaltbares sehen, indem wir Risiken sehen und trotzdem handlungsfähig bleiben, Unsicherheiten akzeptieren, ohne sich von ihr lähmen zu lassen. Es geht also um diese Frage, und es wurde schon mehrfach gesagt: Haben wir den Mut und die frohe Zuversicht, Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg so zu gestalten, dass sie eine Chance für alle sind? Und ich sage: Ja, wir wollen Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg, die eine Chance für alle Hamburgerinnen und Hamburger sind. Und Sie haben ja auch wieder dieses 0,07, 0,1 Prozent oder was auch immer Sie da aus Paris herbei... aus... Ja, der französische Rechnungshof... Ich möchte Ihnen mit einer anderen Studie dort entgegenhalten. Und zwar hat das HWWI hier in Hamburg jetzt im Frühjahr eine Studie zum Wirtschaftsstandort Hamburg und den Sport untersucht. Und sie haben... die Studie sagt, und das zitiere ich: "Der Sport bedeutet weit mehr als Wettkämpfe und Vereinsleben." "Er entfaltet vielfältige wirtschaftliche Wirkung." "Jeder im Sportsektor erwirtschaftete Euro löst zusätzliche wirtschaftliche Aktivitäten aus" "und führt insgesamt zu 2,40 Euro zusätzlicher Wertschöpfung." "Jeder Arbeitsplatz im engeren Sportsektor" "sichert im Durchschnitt 2,3 weitere Stellen entlang der Wertschöpfungskette." Warum soll dies für den Sport in Hamburg gelten, aber nicht für Olympische und Paralympische Spiele? Das müssen Sie den Hamburgern und Hamburgerinnen erklären. Hamburg ist die perfekte Gastgeberin. Unsere Offenheit, unsere internationale Verbundenheit, unser Herz für Vielfalt macht uns zu einer guten, perfekten Gastgeberin. Wir sind eine Stadt, die Brücken baut, zwischen Kulturen, zwischen Menschen und zwischen Möglichkeiten. Und genau das ist der Geist der Spiele. Die Olympischen und Paralympischen Spiele würden unserer Stadt nicht nur ein unvergessliches Ereignis schenken, sondern auch langfristige Chancen. Ich möchte sie gar nicht wieder aufzählen, sie wurden bereits mehrfach erwähnt. Vor allem würden diese Spiele unsere Kinder inspirieren, ihnen zeigen, dass Träume erreichbar sind, egal woher man kommt und welche Herausforderungen man hat. Lassen Sie uns gemeinsam daran glauben, dass Hamburg mehr sein kann als nur Zuschauer. Lasst uns Gastgeberin sein für die Welt, für Fairness, Respekt und Zusammenhalt. Denn am Ende geht es nicht nur um Sport. Es geht um ein Zukunftsprojekt, mit dem wir unser Hamburg weiter liebenswert, lebenswert für alle gestalten wollen. Eine Stadtstrategie, die auf Bewegung und Sport setzt und zudem einen historischen Moment hat, denn die ersten Paralympischen Spiele würden in Deutschland stattfinden und damit in Hamburg. Sagen Sie ja zu Olympischen und Paralympischen Spielen in Hamburg.

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