Ralf Niedmers
Ja, Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Hamburg steht vor einer gewaltigen Chance, nämlich die Chance, das größte Sportevent der Welt in diese wunderschöne Stadt holen zu können. In Wahrheit stehen wir damit auch vor einer gewaltigen Strukturentscheidung für diese Stadt. Und wir müssen sehen, dass Paralympische und Olympische Spiele, gerade in schwierigen Zeiten, durch die wir aktuell in der politischen Arbeit uns bewegen müssen, für Zuversicht und auch für Emotionen sorgen. Und einige überstrapazierte Emotionen hatten wir gerade eben bei Frau Sudmann und Herr Nockemann. Ich hoffe, dass die keine gesundheitlichen Auswirkungen haben. Sie verbinden Menschen und können zur Völkerverständigung beitragen. Wir alle haben das hier schon mehrfach gehört. Und sie haben nicht zuletzt eine nicht zu unterschätzende Strahlkraft für den jeweiligen Austragungsort. Wir haben also die historische Chance, Olympische und Paralympische Spiele in unsere Stadt zu holen. Und ich kann nur sagen, wir müssen diese Chance kraftvoll nutzen. Die gute Nachricht ist: Trotz aller Unkenrufe steigt die Zustimmung innerhalb der Hamburger Bevölkerung. Das ist eine starke Basis, die wir jetzt weiter ausbauen müssen. Diese Zustimmung muss also weiter gefestigt werden, durch Fakten gepaart mit Emotion. Die Argumente für Olympia haben wir in diesem Haus bereits schon mehrfach ausgetauscht. Ich möchte das noch mal zusammenfassen. Warum ist Olympia und eine Olympia-Bewerbung so wichtig für die Stadt? Die internationale Bekanntheit ist da ein ganz großer Punkt. Olympia ist eine globale Bühne. Und wir haben die Chance als Hamburg, in die erste Liga der Weltstädte aufzusteigen – was für eine gewaltige Chance! Hamburg präsentiert sich als moderne, nachhaltige und weltoffene Metropole, und wir sind ein freiheitlich-demokratisch organisierter Rechtsstaat, der in der Lage ist, so eine gewaltige Aufgabe zu managen. Das muss uns eine große Verpflichtung als Demokraten sein. Wir haben deutliche Erwartungen, langfristige Vorteile, nämlich für Investitionen, für die Wirtschaft, für Fachkräfte und Arbeitsplätze. Und da frage ich ernsthaft auch noch mal in Richtung der Linken: Wie kann es eigentlich sein, dass ihr euch dagegen aussprecht, dass Tausende neu geschaffene sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in dieser Stadt zusätzlich entstehen? Das ist eine gigantische Chance, im ersten Arbeitsmarkt Arbeitsplätze zu schaffen, anstatt... ...anstatt nachher wieder Ihrem allzeit bekannten Umverteilungswahn zu frönen. Lass die Leute im ersten Arbeitsmarkt erfolgreich sein, das stärkt nämlich auch die Demokratie. Und – wir haben es auch schon einmal hinreichend erörtert – die Sportinfrastruktur wird natürlich noch einen gewaltigen Boost erfahren. Wir werden so viele neue Kunstrasenplätze schaffen und auch Hallen bauen und auch eben Altgebäude ertüchtigen, dass wir am Ende des Tages uns freuen werden über diese neuen Chancen, die dann auch Kindern und Jugendlichen insbesondere zugutekommen werden. Lasst uns noch mal über die Kosten reden. Nicht Olympia macht es teuer, sondern die allgemeine Weltlage. Und wir sehen es gerade aktuell, wenn man ein bisschen tiefer einsteigt. Das Bauen wird nicht deshalb teurer, weil sozusagen eine Olympia-Bewerbung ansteht, sondern weil gerade die wichtigste Seehandelsstraße der Welt teilweise gesperrt ist. Das heißt also, wir haben aktuell eine kleine Bauflation im Anmarsch, und da müssen wir eben gucken, dass wir das in den Griff kriegen. Aber die Baukosten steigen nicht nur in Hamburg, sondern sie steigen am Ende des Tages weltweit. Und wir müssen zusehen, dass wir die Produktion einfach günstiger machen. Und deswegen erlauben Sie mir mal einen Ausblick: Wenn 2036 oder 2040 oder 2044 deutsche Forscherinnen und Forscher die Kernfusion erfolgreich in die Serienproduktion gebracht haben werden, dann liegen wir bei einer Kilowattstunde von unter 20 Cent, und dann haben wir nämlich viele dieser Probleme, die hier jetzt hochbeschworen werden, haben wir gar nicht mehr. Das muss auch einmal deutlich gesagt werden. Zur Planung. Die Planung bedeutet für uns, dass wir flexibel bleiben müssen, dass wir Risiken aktiv steuern müssen. Und wir planen in Szenarien statt in Zahlen, die dann eine Woche später wieder relativiert werden, weil sie einer genaueren Überprüfung zum jetzigen Zeitpunkt für 2036 oder später gar nicht standhalten. Wir haben Risikopuffer, wir haben eine unabhängige Kontrolle und wir haben eine laufende Anpassung. Und das bedeutet in Wahrheit eine echte verantwortungsvolle Haushaltspolitik für auch die Ausrüstung Olympischer Spiele. Die ist also auch sichergestellt. Und auch andere Regionen haben – das haben wir ja heute auch schon mehrfach gehört – eine hohe Zustimmung der Bevölkerung für Olympia. Nicht nur Kiel, unsere Schwesterstadt, in der jetzt quasi die Segelwettbewerbe ausgetragen werden. Nordrhein-Westfalen hat uns das ganz klar vor Augen geführt, auch insbesondere in strukturschwachen Regionen. Da haben die Menschen offensichtlich genau verstanden, wie elementar wichtig so eine strategische Führungsentscheidung für den Wohlstand und die Chancen für alle ist. Und das werden die Hamburger meiner Meinung nach dann erst recht verstehen und am 31. Mai Ja zu Olympia sagen. Wir haben jetzt noch genau 26 Tage. Jetzt zählt es, zu informieren, weiter zu diskutieren und Verantwortung zu übernehmen. Es kommt jetzt auf jeden Einzelnen von uns, der in diesem Raume ist, an. Wir müssen auf zahlreichen Infoständen und Veranstaltungen, die wir dazu noch durchführen werden, Flagge zeigen, die Argumente verbreiten und für Unterstützung werben. Dabei sei nur angemerkt: Die Plakat-Initiative der Linken ist echt schlecht, freut mich sehr. Dagegen sind die Plakate der Befürworter richtig gut. Ganz besonders freut es mich, dass dann auch zum Beispiel der Schulleiter der Eliteschule des Sports auf einem Plakat erscheint und sagt: "Yes, ich auch als Schulleiter übernehme Verantwortung und ich bin auch für Olympia." Weiter so! Ich glaube, wir brauchen diese Personen, die nicht nur im unmittelbaren politischen Leben aktiv sind, um diese Kampagne weiter nach vorne zu tragen. Lasst uns also... ...die Chancen nutzen, lasst uns Hamburg fit machen, und lasst uns Ja sagen am 31. Mai zu Olympia. Vielen Dank.
