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Lisa Kern

GRÜNE 5:00 min Sitzungen 23/22

Also diese putzige Debattenanmeldung tut vor allem eins, nämlich dass wir uns mal wieder mit dem Thema beschäftigen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es keine Minute verschwendete Zeit ist, wenn wir uns mit der Frage beschäftigen, wie wir junge Menschen in unseren Prozessen beteiligen können und wie wir sie hören können. Das vielleicht mal vorweg. Und dass der Prozess jetzt zu lange dauert, liegt im Übrigen auch daran, dass wir schon jetzt junge Menschen beteiligen und das professionell machen und nicht glauben, dass wir als Erwachsene jetzt schon wissen, wo das am besten aufgehoben ist und wie wir das am besten machen. Und dafür nehmen wir uns die Zeit, weil – wie die Kollegin schon sagte – es kommen Themen hoch, an die haben wir nicht gedacht, als wir diesen Haushaltsantrag geschrieben haben. Mit denen werden wir uns jetzt beschäftigen. Und dass es eine gewisse Diskrepanz gibt zwischen den Zeiträumen, in denen sich junge Menschen entwickeln und der Schnelligkeit, mit der Verwaltung arbeitet, das wissen wir, glaube ich, alle. Und ob wir das auflösen können, da habe ich meine Zweifel. Es ist aber kein Grund, deswegen nicht darüber nachzudenken, wie wir Kinder und Jugendliche anständig beteiligen können in diesen Prozessen und wie wir diese verschiedenen Geschwindigkeiten irgendwie sinnvoll so zueinanderbringen: dass vielleicht die einen ein bisschen lernen, mit den langsamen Realitäten von Verwaltungen umzugehen, das könnte ja durchaus auch irgendwie eines der Learnings sein, die die da mit rausnehmen, und Verwaltung vielleicht an den Punkt kommt, an der einen oder anderen Stelle mal ein bisschen einen Zahn zuzulegen. Und die Frage nach den sehr konkreten Ergebnissen. In Altona, das müssten Sie ja eigentlich auch wissen, hat die BV, wenn ich richtig informiert bin, 5.000 Euro bereitgestellt als sogenanntes participatory budgeting, also Geld, was dann dieser Kinder- und Jugendbeirat tatsächlich selber ausgeben kann. Das ist doch genau eine von diesen Ideen, die wir uns angucken müssen. Das schreit doch förmlich danach, dass das Selbstwirksamkeit par excellence ist, wenn diese Kinder gemeinschaftlich in einem demokratischen Prozess Geld in die Hand nehmen können, um vor der Haustür bei sich in Altona etwas echt auf die Straße zu bringen. Genau deswegen machen wir solche Dinge. Und genau deswegen gehört es auch angeschlossen an die Bezirksverwaltung in diesem Konzept und nicht in die OKJA. Ich weiß, in der OKJA passieren ganz viele tolle Dinge. Da wird viel beteiligt. Da sind die Kinder. Und es spricht viel dafür, das zu verzahnen und zu vernetzen, weil wir sehen die Schwierigkeiten, wie wir mit den Jugendlichen in Kontakt treten als Verwaltung. Aber ich bin immer noch davon überzeugt, dass das der richtige Ort ist. Und Herr Schulz, also Ihre Haltung, der ganze Habitus, mit dem Sie hier über Kinder reden, der macht mich wirklich ein bisschen fassungslos, ja? Es ist ein wirklich eklatanter Unterschied, ob man gefragt wird nach der eigenen Meinung, ob man gesehen wird, ob man mitgestalten kann, was in der eigenen Umwelt passiert, oder ob man in der Lage ist, strafrechtliche Verantwortung zu übernehmen. Das ist ein riesiger Unterschied. Und es kann nicht sein, dass wir die Rechtfertigung dafür, ob ich mich beteiligen kann an der Gestaltung meiner Demokratie, derartig davon abhängig mache, ob ich strafrechtlich belangt werden kann. Das ist eine Haltung gegenüber jungen Menschen, die ist so unterirdisch. Dazu fällt mir wirklich überhaupt nichts mehr ein. Ich persönlich... - Ich persönlich, dass es diejenigen... - Frau Kern, Verzeihung, Frau Dr. Steffens bittet schon seit geraumer Zeit um eine Zwischenfrage. Nein, danke. Könnte helfen, ja, hilft jetzt gerade nicht. - Mir persönlich... - Alternativ Herr Mennerich? - Oh nein! Da da sage ich Nein ohne danke. - Gut, dann fahren Sie fort. Ich persönlich, weil hier auch das Thema angesprochen wurde: schon mit zehn Jahren. Diejenigen, die mich ein bisschen kennen in dieser Debatte, ich gehöre zu denjenigen, die sagen: erst mit zehn Jahren. Zehn Jahre ist eine sinnvolle Altersbegrenzung, wenn man in einen solchen Beirats- und Parlamentsbetrieb reingeht, wo man vermutlich die Kulturtechnik von Lesen und Schreiben schon können kann, um da sinnvoll Gremienarbeit zu machen. Wenn Sie mich fragen, können Sie locker Kinder ab dem Grundschulalter daran beteiligen. Die haben eine Vorstellung davon, wie ihre Umwelt aussehen könnte. Die haben kluge Ideen. Das sind alles... Also so wie Sie sich geäußert haben, es macht mich tatsächlich wütend, wie man, glaube ich, gerade merkt, auch ein bisschen sprachlos, weil ich dachte, wir sind in dieser Gesellschaft schon ein Stück weiter voran. Die Hamburger Verwaltung ist es zum Glück mittlerweile, denn ich glaube, da besteht tatsächlich eine andere Haltung in der Frage, wie sie ihre Hamburger Kinder und Jugendlichen in Zukunft beteiligen wollen. Danke.

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