Eugen Seiler
Sehr geehrtes Präsidium, werte Abgeordnete und Zuschauer. Niemand in diesem Haus stellt infrage, wie wichtig Pflegefamilien für unsere Gesellschaft sind. Sie leisten Enormes, oft im Stillen, oft unter großen persönlichen Herausforderungen. Genau deshalb verdienen sie unsere volle Unterstützung. Aber dieser Antrag hilft ihnen nicht. Im Gegenteil, was hier vorgeschlagen wird, ist vor allem eins: mehr Planung, mehr Überprüfung, mehr Bürokratie. Wir verfügen bereits über funktionierende Strukturen: Den Pflegekinderdienst in den Bezirken, das Jugendamt, den Pflegeelternrat der starken Interessenvertretung und das Bildungszentrum für Pflegeeltern. Sie alle arbeiten täglich daran, Pflegeverhältnisse zu stabilisieren, Familien zu begleiten und Kinder zu schützen. Statt diese bestehenden Strukturen gezielt zu stärken, will die CDU eine zusätzliche Strategie etablieren. Das klingt gut, ist aber in der Praxis eine Doppelstruktur. Noch ein Konzept bedeutet nicht automatisch bessere Unterstützung. Auch die Forderung nach immer neuen Datenerhebungen wirkt wenig zielführend. Alle Daten, die wir brauchen, liegen uns bereits vor. Die Pflegefamilien brauchen vor allem verlässliche Ansprechpartner, finanzielle Entlastungen und schnelle Entscheidungen. Und eben das steht nicht im Petitum drin, das wurde vorhin von CDU etwas angesprochen. Dieser Antrag schafft keinen Mehrwert, sondern vor allem mehr Verwaltungsaufwand. Deshalb lehnen wir diesen Antrag ab. Vielen Dank.
