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Julia Barth-Dworzynski

SPD 2:18 min Sitzungen 23/22

Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren. Wenn wir von Pflegefamilien sprechen, reden wir von Kindern, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können. Hinter jedem dieser Kinder steht eine Geschichte, oft geprägt von Unsicherheit, Verlust und schwierigen Lebensumständen. Und genau hier beginnt die wichtige Aufgabe von Pflegefamilien. Sie geben diesen Kindern nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern vor allem Stabilität, Geborgenheit und eine neue Perspektive. In einer Stadt wie Hamburg, die für Vielfalt, Offenheit und Zusammenhalt steht, spielen Pflegefamilien eine unverzichtbare Rolle. Sie sind ein lebendiger Ausdruck sozialer Verantwortung. Sie zeigen, dass Familie mehr ist als biologische Verwandtschaft. Pflegeeltern leisten tagtäglich Außergewöhnliches. Sie begleiten Kinder durch schwierige emotionale Prozesse, bauen Vertrauen auf, wo oft Misstrauen herrscht, und geben Halt in unsicheren Zeiten. Diese Aufgabe verlangt Geduld, Empathie und Stärke. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Pflegefamilien in Hamburg die Wertschätzung und Unterstützung erhalten, die sie verdienen. Das tun wir allerdings nicht durch – wie hier von der CDU gefordert – neue Strategiepapiere und mehr Berichte. Ihr Antrag ist eine Forderung nach Dingen, die wir in Hamburg zum großen Teil bereits umsetzen. Schauen wir uns die Zahlen an. Ende 2025 zählt Hamburg 905 Pflegefamilien. Das ist ein Zuwachs von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wir haben den vorherigen Abwärtstrend damit gestoppt. Sie kritisieren den Kostenanstieg. Ich sage Ihnen, dieser Anstieg ist kein Steuerungsdefizit, sondern die Folge davon, dass wir die finanziellen Rahmenbedingungen für die Familien gezielt verbessert haben. Ein konkretes Beispiel: Der Erziehungskostenanteil in der Vollzeitpflege ist seit 2023 um rund 60 Prozent gestiegen. In der Bereitschaftspflege haben wir ihn im gleichen Zeitraum sogar um 128 Prozent gesteigert. Damit folgen wir konsequent den Empfehlungen, um die steigenden Lebenshaltungskosten systematisch auszugleichen. Mit der PKD-Statistik erfassen wir bereits alle relevanten Daten. Ihr Antrag greift wichtige Punkte des Themas auf, ist aus unserer Sicht aber etwas zu kurz gefasst. Lassen Sie uns das Thema gerne im Familienausschuss debattieren. Wir überweisen Ihren Antrag allerdings nicht, da wir glauben, dass er in dieser Form die gesamte Bandbreite nicht abdeckt. Wir wollen das Thema, wie wir das bereits geplant hatten, als Selbstbefassung gerne mit Ihnen debattieren und den Pflegefamilien hier einen Raum geben, dass wir sie anhören. Danke.

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