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Jessica Hennig

SPD 2:07 min Sitzungen 23/22

Sehr geehrte Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Der hier uns vorliegende Antrag möchte uns eins verkaufen: Freiheit für Unternehmen. Doch tatsächlich gefährdet er bewährte Strukturen für unseren Wirtschaftsstandort. Die Industrie- und Handelskammer ist natürlich ein Interessensvertreter gegenüber der Politik, aber vor allem ist er in erster Linie Anlaufstelle für Beratung und Unterstützung bei Unternehmensgründung. Und gerade in Zeiten von Fachkräftemangel leistet die Industrie- und Handelskammer einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland. So koordiniert sie gemeinsam mit den Berufsschulen die duale Ausbildung und sorgt allein in Hamburg mit 4.000 ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern für zuverlässige und hohe Standards in der Ausbildungsqualität. Diese Aufgaben und viele mehr funktionieren gerade nur, weil die Finanzierung breit und solidarisch getragen wird. Eine rein freiwillige Mitgliedschaft würde diese Verlässlichkeit schwächen und am Ende vor allem kleine Unternehmen und mittelständische Unternehmen belasten, die auf stabile Strukturen angewiesen sind. Durch eine Abschaffung der Pflichtgemeinschaft werden sich die Kosten nicht verringern oder verschwinden. Sie werden verlagert auf höhere Einzelbeiträge und weniger Leistungen. Darunter werden vor allem kleinere Betriebe leiden, Familienunternehmen, Ausbildungsstätten und Start-ups, während größere Konzerne eigene Netzwerke aufbauen können. Hamburg steht für Verlässlichkeit, starke Ausbildung und eine funktionierende Partnerschaft zwischen Staat und Wirtschaft, nicht für ideologische Experimente. Wir lehnen diesen Antrag daher ab. Vielen Dank.

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