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Dominik Lorenzen

GRÜNE 3:28 min Sitzungen 23/22

Warte ich mal, bis alle sich wieder hingesetzt haben. Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleg:innen! Bei den Recherchen für meine Rede bin ich über den Attitude-Behaviour-Gap gestolpert. Und da unser Antrag ja auch schon ein bisschen Anglizismen hat als "HamburgPay", meint das, wenn man Menschen nach ihrer Urlaubsplanung fragt, sozusagen den Unterschied zwischen den Ansprüchen und dem Verhalten. Und worum geht es da? Bei konkreten Buchungen ist dann den Menschen doch oft der Preis wichtiger. Aber wenn man Umfragen vertrauen darf, zum Beispiel von 2025 dem Umweltbundesamt, dann sagen doch die meisten Menschen: "Urlaub soll möglichst verträglich," "ressourcenschonend und umweltfreundlich sein." Bei den tatsächlichen Reiseentscheidungen spielt das dann aber leider nur noch für einen kleinen Teil der Menschen eine Rolle. Und, ja, das ist jetzt ein Prüfauftrag. Und der Gedanke und die Idee dahinter ist, wie wir vielleicht den Reisenden, die hier nach Hamburg kommen, ein bisschen Unterstützung dabei geben können, ihren Attitude-Behaviour-Gap zu verringern. Das, denke ich, ist eine gute Idee. Unser Vorbild ist Kopenhagen. Dort gibt es "CopenPay". Das haben wir jetzt einfach mal dreist kopiert und in "HamburgPay" umbenannt. "CopenPay" und Kopenhagen haben tatsächlich sich aber auf den Weg gemacht, andere Städte dafür zu animieren, ebenfalls diesen Weg einzuschlagen. Was ist die Idee? Möglichst niedrigschwellig und unkompliziert Anreize zu geben, sich umweltbewusst zu verhalten, eine umweltbewusste Urlaubsausgestaltung zu machen. Das kann eine umweltbewusste Anreise sein, das können aber auch die Teilnahme an umweltbewussten Aktivitäten sein, zum Beispiel Müll sammeln, Urban Gardening und andere Dinge. Also Hamburg einfach positiv erleben und einen positiven Beitrag leisten. Ja. Dass Sie das nicht ernst nehmen, das wundert mich jetzt ehrlich gesagt nicht. Die Resonanz aus Kopenhagen auf dieses Modell ist tatsächlich sehr positiv. 98 Prozent der Teilnehmenden haben das Programm weiterempfohlen und würden wieder machen. Und nach einer Pilotphase wurde auch schon mal erhoben, dass zum Beispiel das Thema "Radfahren in Kopenhagen" durch Touristinnen und Touristen deutlich gestärkt werden können. Das klingt alles sehr vielversprechend. Und deswegen möchten wir uns auch in Hamburg auf den Weg machen, ein eigenes Anreizmodell für umweltfreundliches Verhalten zu fördern – eben "HamburgPay". Und das ist, glaube ich, eine gute Sache. Ja, von so einem Modell sollen alle profitieren: die Umwelt, die Menschen vor Ort in den Quartieren, aber auch die Tourist:innen selbst. Tourismus – und das ist uns, glaube ich, ganz wichtig in dieser Regierung – als Bereicherung zu verstehen für die Menschen, als Instrument auch Infrastrukturen hier in Hamburg zu schaffen und mitzufinanzieren. Und um da auch auf ein wichtiges mögliches Gegenargument gleich einzugehen, was es natürlich nicht sein darf in Zeiten, in denen wir über Entbürokratisierung sprechen, ist zusätzliche Bürokratie. Also das, was wir denken, ist natürlich ein einfaches Modell, das bürokratiearm ist, dass es den teilnehmenden Unternehmen und Partnern ohne großen Zusatzaufwand macht das abzubilden und das in die bestehende Tourismusinfrastruktur sich nahtlos einfügt als eben positiver Mehrwert, als zweiter, als zusätzlicher Baustein für umweltfreundliches Verhalten – keine zusätzliche Bürokratie. Das auszuarbeiten ist jetzt Auftrag des Senats, wenn wir diesen Antrag heute beschließen. Ich bitte dafür um Ihre und eure Unterstützung. Vielen Dank.

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