Michael Gwosdz
Ja, Herr Präsident, liebe Kolleg:innen. Herr Nockemann, ich weiß nicht ganz, was in Ihnen brennt, aber ein olympisches Feuer auf jeden Fall nicht. Und weil Frau Barth-Dworzynski gerade noch mal darauf hingewiesen hat: Am Sonntag ist ja Marathon und Halbmarathon. Also im Unterschied zum Präsidenten traue ich mich nicht an die 42 Kilometer, aber ich werde die 21 laufen mit einigen anderen Kolleg:innen zusammen. Und ich werde da genau das sehen, was Sie angesprochen haben, nämlich große Begeisterung an der Strecke, große Begeisterung auf der Strecke. Was man dann hinterher spürt, ist vielleicht bei denen, die teilnehmen, dann eher Muskelkater am nächsten Tag, aber trotzdem auf jeden Fall auch eine große Euphorie und eine große Freude für den Sport. Und was ich noch mal abschließend feststellen möchte, worüber wir gar nicht so sehr gesprochen haben: Die Olympischen Spiele, wann immer sie stattfinden, bei aller Kritik, die es bei jedem Austragungsort im Vorfeld gibt – diese Debatten mit dem IOC, mit Gigantismus, die sind ja nun nicht neu, die wurden überall in jedem Land der Erde, das sie ausgetragen hat, geführt –, aber wenn sie durchgeführt werden, dann sitzen weltweit Milliarden Menschen und auch hier in Deutschland Millionen Menschen und auch die Menschen, die vorher kritisch waren gegenüber den Spielen, sitzen mit Begeisterung vor den Bildschirmen, sind mit Begeisterung in den Austragungsorten, fiebern mit den Athletinnen und Athleten mit, freuen sich auch über die, die überhaupt dabei sind, und dabei sein ist alles, oder auch freuen sich und entdecken ganz neue Sportarten wie zum Beispiel bei den letzten Spielen 3×3-Basketball, was wahrscheinlich ganz wenige Leute nicht kannten, aber mitgefiebert haben und sich hier wahnsinnig gefreut haben über die Goldmedaille für die deutschen Frauen. Und genau das sind die Momente, das ist der Spirit, den Olympischen Spiele ausmachen. Und das ist genau dieser Spirit, der auch dieser Stadt guttut, wenn es hier 2040 stattfinden kann. Und darum streiten wir und darum ringen wir. Und das wollen wir den Hamburger:innen und Hamburgern ermöglichen. Und was ich in den letzten Wochen erlebe, ist eine ganz interessante Form von Kritik am Konzept. Selina Storm hat das auch gerade vorhin schon angesprochen. Weil, wenn wir erläutern, dass all das, was wir planen, was wir bauen, was wir modernisieren an Sportstätten, an Infrastruktur, an barrierefreiem Ausbau von Fußverbindungen, von Straßen, von Wegen, wenn wir erklären, all das machen wir natürlich auch, wenn wir nicht die Olympischen Spiele ausrichten, dann sagen die Leute interessanterweise so: Ja, was ist jetzt eigentlich... was kommt denn zusätzlich? Aber zusätzlich kommen Olympische Spiele in einer Form ohne Gigantismus. Genau das war doch immer die Kritik, dass die Städte zugeklotzt werden mit neuen Projekten, mit neuen Bauten, die man eigentlich später nicht mehr braucht. Wir haben ein Konzept, in dem alles, was wir machen, unabhängig von den Olympischen Spielen Sinn ergibt. Und deswegen ist genau das, was immer die Kritik an Olympischen Spielen war: Der Gigantismus war immer die Kritik, und die Reaktion darauf ist, Olympische Spiele so zu planen und so zu konzeptionieren, dass sie in die Stadt passen und all das genutzt wird, was auch langfristig Sinn ergibt. Und das ist das Konzept, was wir vorlegen, und deswegen würde mich einmal interessieren, was von all dem, was wir planen, was wir machen, würden Sie eigentlich dann rausstreichen und sagen: "Das machen wir nicht"? Weil das hieße dann ja, wenn wir sagen, wir können Gelder umwidmen, dann... <i>- Klingelingeling!</i> - Ja! Dann... Wenn wir die Gelder umwidmen würden, dann müssten Sie auch sagen, was Sie eben nicht machen wollen: "Keine Barrierefreiheit" zum Beispiel und anderes. Und damit ist die Debatte Schluss und ich auch am Ende. Vielen Dank!
