buergerschaft.de ↗

Julia Barth-Dworzynski

SPD 3:16 min Sitzungen 23/22

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir heute über die Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele sprechen, dann sprechen wir nicht nur über ein internationales Sportereignis. Es geht um die Frage, in welcher Stadt wollen wir mit unseren Kindern und Jugendlichen leben? Was für eine Stadt wollen wir sein? Wollen wir eine Stadt sein, die zögert, die zaudert, die sich vor Risiken nur fürchtet? Oder wollen wir eine Stadt sein, die mutig vorangeht? Investitionen sind keine verlorenen Ausgaben. Sie sind eine Entscheidung für die Zukunft. Und die Erfahrungswerte aus Paris zeigen in diesem Zusammenhang doch eindeutig: Wer investiert, bekommt auch etwas zurück – und zwar mehr. Ich muss Herrn... Ich muss Herrn Erkalp da zustimmen: Dass Sie als Linke nichts von Wirtschaftsförderung verstehen, zeigen Sie hier heute nicht zum ersten Mal. Das, was wir hier machen wollen, dabei geht es uns und vor allem mir um die Kinder und Jugendlichen. Olympia kann ein Motor sein, wir hören es immer wieder: mehr Sportangebote im Alltag, in Schulen, im Ganztag, in den Vereinen. Kinder bekommen leichter Zugang zu Bewegung, und das ist heute doch wichtiger denn je. Wir investieren in barrierefreie Infrastruktur, wir stärken den öffentlichen Nahverkehr, wir schaffen neue Sportanlagen in den Stadtteilen. Das alles ist nicht nur für zwei Wochen, nein, es ist für Jahrzehnte. Und das, meine Damen und Herren, ist der entscheidende Punkt. Der größte Gewinn entsteht nicht während der Spiele, sondern danach. Aber auch während der Spiele. Sport verbindet. Es hat das Potenzial und die einzigartige Chance, eine Gemeinschaft zu binden und Fremde zu Freunden zu machen. Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Linken, Sie sagen: "Das Geld wird woanders gebraucht." Und ich sage, genau deshalb müssen wir investieren! Denn diese Mittel, diese Geschwindigkeit, die Infrastruktur, all das bekommen wir ohne eine solche Bewerbung nicht. Olympia ist ein Booster. Er kann das sein, was wir ohnehin brauchen und uns dahin bewegen: eine moderne, gerechte und bewegungsfreundliche Stadt. Und noch etwas: Olympia schafft Vorbilder. Es inspiriert, es motiviert Kinder und Jugendliche, sich zu bewegen, Ziele zu haben und an sich zu glauben. Das können wir nicht in Euro berechnen, denn es ist unbezahlbar. Und deshalb geht es hier heute, wie eben schon gesagt, nicht nur um eine Bewerbung. Es geht um die Entscheidung für die nächsten Generationen. Und noch etwas in Richtung AfD: Hamburg ist eine wachsende, starke Stadt mit funktionierender Infrastruktur, guten Schulen und mit einer hohen Lebensqualität. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis verantwortungsvoller Politik, und ich weiß, dass Sie davon nichts verstehen. Ihr ständiger Pessimismus und Ihre populistische Angstschürerei ist doch nicht ernst zu nehmen. Während Sie mal wieder nur daran interessiert sind, die Spiele zu spalten, schafft Sport doch genau das Gegenteil. Ich fordere Sie auf: Gehen Sie am Sonntag zum Marathon und fühlen Sie mal, was da passiert, wenn andere Menschen andere anfeuern. Dieses Gefühl, was Sie da wahrnehmen, das wollen wir für unsere Stadt auch durch Olympia. Und als Grundschullehrerin in einem sozial herausfordernden Stadtteil sage ich auch noch mal: Gerade für Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte und aus schwierigen sozialen Verhältnissen kann Sport eine Brücke sein, eine Brücke, die verbindet, unabhängig von Herkunft, Sprache und sozialem Status. Das ist ein zentraler Wert, für den wir hier stehen. Lassen Sie uns mutig sein, lassen Sie uns vorangehen, lassen Sie uns ein Tor für die Welt sein! Danke.

Rede ansehen ↗