Dr. Selina Storm
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben ja jetzt nun schon einiges zu Olympia gehört, und ich möchte jetzt weniger auf das eingehen, was Die Linke gesagt hat, sondern einen Punkt erwähnen, den ich in den Diskussionen mit den Hamburger:innen teilweise höre. Und zwar: Alles, was wir für die Olympischen und Paralympischen Spiele planen, das kommt doch ohnehin. Und ja, ich verstehe, wie der Eindruck entsteht, weil wir ja hier eben ein Konzept haben, dass nicht alles Mögliche neu gebaut wird, dass die Spiele sich der Stadt anpassen und nicht andersherum. Gleichzeitig möchte ich ganz klar sagen: Ohne Olympia werden viele der geplanten Maßnahmen in dieser Form und Geschwindigkeit nicht umsetzbar sein. Für viele unserer Projekte brauchen wir Bundesmittel. Von der Sportmilliarde zur Sanierung von Sportstätten über Infrastrukturmaßnahmen bis zum barrierefreien Ausbau des ÖPNV – für all das gibt es Bundestöpfe und lange Listen an Anforderungen. Jetzt ist es nahezu sicher, dass die Spiele in Deutschland ausgetragen werden. Olympia wird dem Austragungsort einen zeitlichen und finanziellen Booster geben. Und wir wollen, dass es diesmal Hamburg ist. Unsere Projekte hätten Priorität auf Bundesebene und wären somit schneller fertig, Stichwort: S6 vor 2050 in die Science City. Anders als 2015 haben wir ein klares Commitment für die Finanzierung der Olympischen und Paralympischen Spiele in Deutschland von Seiten der Bundesrepublik. Aber nicht nur aus pragmatischen Gründen der nachhaltigen Stadtentwicklung wäre eine Hamburger Bewerbung meiner Meinung nach richtig – auch aus gesellschaftlichen Gründen. "Sport has the power to change the world", sagte Nelson Mandela einst. Wir wissen, wir leben in einer Stadt, einem Land und einer Welt, in der viele Menschen sich immer mehr zurückziehen und Einsamkeit zunimmt. Sport im Allgemeinen, aber auch das olympische Fest kann da Brücken bauen. In Wettkampfstätten und beim Public Viewing in allen Stadtteilen kämen die Menschen mit einem gemeinsamen Interesse zusammen. Über Grenzen hinweg, die uns sonst fälschlicherweise oft trennen – sei es Alter, sei es Nation, sei es unser Einkommen oder unsere politischen Präferenzen. Die Paralympischen Spiele sind weltweit einer der größten Treiber eines unserer Kernanliegen, nämlich der Inklusion und der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Lassen Sie uns diese Brücken in unserer Stadt bauen, liebe Hamburger:innen! Heute Morgen habe ich mit dem Kollegen Mithat Çapar und ein paar anderen Kolleg:innen aus unseren beiden Parteien in Altona gestanden, für Olympia geworben, und ich kann Ihnen sagen: Die Resonanz ist durchweg positiv. Wir GRÜNEN wollen die Olympischen und Paralympischen Spiele gestalten – nachhaltig, barrierefrei und transparent, gemeinsam mit den Bürger:innen dieser Stadt. Vielen Dank.
