Kemir Čolić
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Sportsfreunde! Ja, sehr geehrter Herr Präsident, liebe Sportsfreunde! Wenn man in der heutigen Debatte Frau Sudmann und Herrn Wolter und Herrn Libbertz zuhört, könnte man meinen, Olympia sei vor allem eins: ein Bedrohungsszenario. Teuer, ungerecht, überdimensioniert – so beschreibt es Die Linke. Und natürlich muss man ein Projekt dieser Größe kritisch begleiten. Aber was mich wirklich irritiert, ist, dass es offenbar kein einziges Argument gibt, das Die Linke bereit ist, überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn abzuwägen. Egal, ob wir über nachhaltige Nutzungskonzepte sprechen, die allen in dieser Stadt zur Verfügung stehen sollen, über verbindliche soziale Leitplanken, über eine transparente Finanzierung und eben Spiele, die sich unserer Stadt anpassen. Es bleibt immer bei demselben reflexhaften Nein. Warum wird bei Ihnen so konsequent ausgeblendet, welche Chancen diese Spiele für unsere Stadt haben? Denn wenn wir über bezahlbaren Wohnraum sprechen, dann reden wir doch auch konkret über mindestens ein neues Quartier, das dauerhaft für Tausend genutzt werden soll. Wenn wir über ÖPNV-Ausbau sprechen, dann reden wir über Investitionen, die ohne einen solchen Impuls – das wissen wir doch alle – noch Jahre länger dauern würden. Wenn wir über Barrierefreiheit und Inklusion sprechen, dann reden wir über die Paralympischen Spiele, über einen echten Schub für Hamburg, der für alle, wirklich alle zugänglich sein soll. Und das alles sind doch keine Nebeneffekte, das sind konkrete Hebel für auch soziale Politik. Und wer das einfach ausblendet, der macht es sich wirklich zu leicht. Und... Und schauen wir noch einmal über Hamburg hinaus. Wir haben es heute schon mehrfach gehört: In München haben sich die Menschen klar für eine Bewerbung ausgesprochen, in der Rhein-Ruhr-Region ebenso, auch in Schleswig-Holstein. In Kiel gibt es breite Unterstützung. Überall sagen die Bürgerinnen und Bürger mehrheitlich: "Ja, wir trauen uns das zu. Ja, wir sehen diese Chance." Und was sagt Die Linke dazu? Das könne man alles nicht vergleichen. Ja, was denn sonst? Wie viele Beispiele braucht es eigentlich noch, bis man anerkennt, dass viele Menschen in diesem Land genau diese Chancen sehen? Und ich will eines klar sagen: Niemand hier behauptet, dass Olympia ein Selbstläufer ist. Dieses Projekt wird nur dann ein Erfolg, wenn wir es transparent, wenn wir es sozial verantwortlich und wenn wir es gemeinsam als Stadt für Hamburg und ihre Menschen, die hier leben, gestalten. Und genau dafür braucht es auch Opposition. Eine Opposition, die nachhakt, die verbessert, die kontrolliert. Aber was wir hier erleben, ist eine Linke und eine NOlympia-Kampagne, die jede Antwort ignoriert, die jede Verbesserung ausblendet und die am Ende immer bei einem Nein aus Prinzip stehenbleibt und mutwillig jede Chance für Hamburg ausblendet. Und ganz ehrlich: Das überzeugt hier niemanden. Wer das Beste für die Stadt will, der sagt Ja. Und der sagt auch Ja zu Olympia.
