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Martin Wolter

DIE LINKE 3:09 min Sitzungen 23/22

Liebe Hamburger:innen, auf der einen Seite wurde in den vergangenen Monaten von Rot-Grün mehrfach behauptet – und auch heute, Frau Imhof –, Zweifel und Bedenken hinsichtlich der Olympia-Bewerbung seien berechtigt, ja. Auf der anderen Seite, wenn wir Linken Fragen stellen, Kritik, Bedenken äußern, ja, dann sind wir... dann ist das eine traurige Rede, Herr Kienscherf, ne. Dann haben wir schlechte Laune, ne, dann sind wir die Spaßbremsen, ja, genau. Unsere Ansicht dazu: ja, gute Laune, ungerecht verteilt. Aber das Niveau, das lässt erahnen, dass Sie... Auch das Niveau von Ihnen, Herr Grote, gerade! Das lässt erahnen, dass die Argumente jetzt langsam ausgehen. Noch ein Beispiel für Doppelstandard. Ja, noch ein Beispiel für Doppelstandard. Wir erinnern uns mal an das vergangene Jahr, die Zeit vor der Abstimmung zum Zukunftsentscheid. Da hieß das von rot-grüner Seite: "Bloß nicht dafür stimmen!" "Wir sollten das nicht auf Zwang umsetzen müssen" – ja? "Wir arbeiten sowieso an der Klimaneutralität." Jetzt heißt es hingegen: "Auf jeden Fall für Olympia stimmen!" "So gibt es Zwang zum Handeln für Barrierefreiheit, für Sportinvestitionen," "für Klimaneutralität." Ja, was denn nun? Wollen Sie zum Handeln gezwungen werden oder nicht? Brauchen Sie den Druck einer anstehenden Sportveranstaltung oder einer so großen Veranstaltung oder sollten nicht gerade ausreichende Maßnahmen für Inklusion, Umwelt und Sport eigentlich sowieso selbstverständlich sein? Herr Kienscherf, Sie haben ja gefragt: "Wollen wir daran arbeiten?" Sie müssen sich die Frage dann vielleicht noch beantworten. Aber Ihre Zukunftsvorstellungen, die entsprechen hier vor allem den Vorgaben des Internationalen Olympischen Komitees, des IOCs, die Vorgaben, die Sie erfüllen wollen, ja. Wir richten uns an die Bedürfnisse der Menschen in der Stadt und nehmen die ernst. Es kann doch nicht sein, dass beispielsweise... Es kann doch nicht sein, dass beispielsweise eine Multifunktionsarena – wie es im Sportstättenkonzept steht – zu den Olympischen Spielen gebaut wird, für die es bislang noch gar keine Bedarfsanalyse gibt. Ja, die Kosten stehen auch noch nicht fest. Tja, stattdessen sollte doch jetzt erst mal ein Baugutachten für das bestehende Volksparkstadion in Auftrag gegeben werden. Damit könnte eventuell viel Geld gespart werden. Und den HSV-Fans bleibt eventuell auch der Auszug aus ihrem geliebten Volksparkstadion... So, außerdem vertauschen Sie in Ihren Reden und Konzepten und wo auch immer etwas ganz Entscheidendes: Olympische Spiele bilden nur einen Teil von Sport ab und nicht andersherum. Das heißt auch Werte wie Frieden, Freiheit, Fairness und Respekt. Dafür stehen große Teile des Sports, also insbesondere der Breiten- und Freizeitsport, dafür stehen aber nicht mehr – seit Langem nicht mehr – die Olympischen Spiele. Die tatsächlichen Kernwerte des IOC mit seiner Marke "Olympische Spiele" sind und bleiben Geld, Geld und Geld. Und das Geld bekommt das IOC nicht von uns Hamburger:innen! Deshalb: Nein zu Olympia. Für Hamburg! Danke schön.

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