Dirk Kienscherf
Ja, Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Hamburger:innen. Das war ja mal wieder eine typisch traurige Rede der Linksfraktion. Und das, was Sie völlig vergessen haben, was ja auch ein wenig mit Olympia zu tun hat, ist der Sport. Und wenn man mal den Sport fragt und wenn man mal sieht, welche Aufgabe der Sport hat, dann kann man nur sagen, liebe Hamburgerinnen und Hamburger, nehmen Sie sich ein Beispiel an dem Sport: eine 90-prozentige Zustimmung. Wir brauchen diese Spiele für den Sport und für unsere Stadt, meine Damen und Herren. Und liebe Kollegin Sudmann, dass Sie das noch nicht mal skeptisch macht, dass andere Städte sich bewerben. Wir haben schon am Wochenende erlebt, dass sich Kiel, aber auch NRW beworben haben, aber was wir vor allen Dingen erlebt haben, dass sich München beworben hat. Und es gab eine riesige Zustimmung in München. Es gab insbesondere eine Zustimmung in München, weil die Münchner Olympia schon mal erlebt haben. Weil sie gemerkt haben, was das bedeutet. Nicht nur diese zwei, drei Wochen, um die es auch geht. Ich weiß, dass Sie noch ein Trauma haben mit 2006, mit dem Sommermärchen, mit den Deutschlandflaggen, mit der Völkerverständigung. Das ist nichts für Die Linke. Friede, Freude, Mut und Zuversicht, das ist nichts für Sie. Wir können das aber, meine Damen und Herren. Aber die Münchner haben erlebt, dass es eben nicht nur um dieses Sportereignis geht, sondern dass es um viel mehr geht. Dass es um die Zeit davor geht und um die Zeit danach. Dass es um diese Impulse geht, die Olympia auslöst. Es geht darum, die Dinge, die wir in Hamburg vorhaben und machen wollen, wo der Bund sagt: "Hamburg war immer Impulsgeber" "in der Mobilität, im sozialen Bereich, auch beim Thema Teilhabe." Dass gerade aber vor dem Hintergrund der begrenzten Ressourcen der Bund schon deutlich gemacht hat: Deutschland will sich bewerben für die Olympiade, und Deutschland wird die Ausrichterstadt entsprechend ausstatten. Und das heißt, all das, was wir wollen, wird durch Olympia nicht behindert, sondern es wird vorangetrieben. Olympia ist ein Booster für die soziale Entwicklung, für die Gleichberechtigung, für die Innovation in unserer Stadt, und das muss uns allen gegenwärtig sein, meine Damen und Herren. - Nein, das machen wir nicht. - Herr Kienscherf... - Das können wir nachher noch machen. - Keine Zwischenfrage. Und deswegen ist die Frage eben: Wie entscheiden wir uns? Wollen wir es schaffen, dass wir an diesen Dingen arbeiten gemeinsam? Und das Thema, und das finde ich, was wir ja auch merken, liebe Kollegin Sudmann, wie gehen wir eigentlich in diesen Wochen miteinander um? Und Sie haben hier viel gesprochen über Angst, es geht darum, dass da das ein oder andere an Millionen fehlt. Wenn wir selbst 500 Millionen Überschuss produzieren würden, würden Sie immer noch dagegen sein. Sagen Sie's doch einfach. Aber was ich fatal finde, ist das, was Sie gerade machen. Sie stellen hier in den Raum den Hamburgern gegenüber und sagen: "Diese Spiele kosten euch 6 Milliarden." Diese Spiele kosten die Hamburger nicht 6 Milliarden, sondern diese 6 Milliarden werden erst ermöglicht überhaupt dadurch, dass diese Spiele zustande kommen. Das ist ähnlich wie beim Hanse Marathon. Wenn der Hanse Marathon nicht stattfindet, können Sie diese Gelder nicht anderweitig verwenden. Sie aber machen das. Sie sagen ernsthaft: "6 Milliarden Euro stehen frei zur Verfügung." "Dafür bauen wir in 104 Stadtteilen Schwimmbäder und 560 Sporthallen." "Wir nehmen weitere 6 Milliarden in die Hand, um sechs Jahre lang lau im hvv zu fahren." "Und weil das immer noch nicht reicht," "nehmen wir noch mal 6 Milliarden Euro in die Hand, um Solardächer zu bauen." "Und weil das immer noch nicht reicht, bauen wir 29.717 SAGA-Wohnungen." Da haben Sie ja genau nachgerechnet. Das ist doch alles Blödsinn, es ist Betrug an den Wählern! Sie nehmen diese Menschen einfach nicht ernst. Diese 6 Milliarden, und das hat auch Paris gezeigt, sind enorme Privatinvestitionen. Selbst das IOC bringt ja 1,6 Milliarden nach Los Angeles. Und es geht darum, dass man diese Gelder akquiriert, und es geht eben darum, gerade wenn Anjes Tjarks sagt, dass die U-Bahnhöfe verlängert werden müssen, dass wir das Thema Wilhelmsburg haben, dass wir das Thema Bahrenfeld haben – all das bringen wir weiter voran, aber wir bringen es insbesondere voran, wenn wir Olympia schaffen. Und das ist das, was München, das ist das, was Kiel, das ist das, was alle anderen Städte machen. Und wenn sich eine Stadt bewerben sollte um Olympische Spiele, dann sollte es doch die zweitgrößte Stadt in dieser Republik sein. Dann sollte es die Stadt sein, die dafür steht, weltoffen zu sein. Dann sollte es die Stadt sein, die die Teilhabe voranbringt. Und dann sollte es die Stadt sein, die für Sport steht, die massiv in den Sport investiert hat und die von der Verfassung den Auftrag hat, für Völkerverständigung zu kämpfen. All das wird mit Olympia möglich. Handeln Sie verantwortungsvoll: Ein Ja für Olympia bringt unsere Stadt voran. Vielen Dank.
