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Heike Sudmann

DIE LINKE 4:38 min Sitzungen 23/22

Liebe Hamburgerinnen, liebe Hamburger! In diesen Tagen werden die Briefwahlunterlagen für die Abstimmung zu Olympia verschickt. Viele fragen sich: "Was mache ich denn?" "Ich will gerne die Wettkämpfe sehen, wäre vielleicht sogar gerne dabei, will gerne feiern." "Und gleichzeitig sehe ich, dass Milliardenausgaben auf Hamburg zukommen," "auf den Bund zukommen. Ich sehe Kürzungen, ich sehe Chaos. Was tun?" Deswegen fragen wir und gucken doch mal: Sind eigentlich alle Fakten auf dem Tisch? Was wissen wir beim Thema Kosten? Wir wissen, dass der Senat zwar von 6 Milliarden Euro Ausgaben spricht. Wir wissen aber auch, dass der Senat viele Kosten gar nicht benennt. Sicherheitskosten fehlen, öffentliche Dienstleistungen fehlen. Da kommen noch mal etliche Milliarden drauf. Was wissen wir zum Thema: Der Bund gibt ja ganz viel Geld. Der Bund sagt: Ja, finanzielle Verantwortung, aber nach Haushaltslage. Und wie die Haushaltslage des Bundes aussieht, können wir gerade aktuell besichtigen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat die Kürzungspläne des Bundes veröffentlicht. Über 8 Milliarden Euro bei Kindern und Jugendlichen, bei den Behinderten – genau bei den Gruppen, für die Sie ja Olympische Spiele angeblich machen wollen. Traurig! Klimabilanz? Fehlanzeige. Sie versuchen aber, sich mit dem Begriff "klimapositiv" zu schmücken. Breitensport. Jetzt hat selbst das Bundesinstitut für Sportwissenschaft gesagt, es gibt keine positive Auswirkung von Olympischen Spielen auf den Breitensport. Und... Ja, traurig genug. Und was machen Sie? Von über 1.000 Sportstätten wollen Sie 100 Sportstätten in Hamburg für Olympia modernisieren, weiterentwickeln, nicht neu bauen. Und welcher Fakt fehlt auch? Es fehlt der Fakt, Sie sagen immer: "Das geht um 2040, 2044." Oh nein! Der Deutsche Olympische Sportbund hat hier im Hamburger Rathaus bei der CDU-Veranstaltung gesagt: "2036 ist auch wahrscheinlich aufgrund der Situation im Nahen Osten." Das heißt, in gut neun, knapp zehn Jahren müsste alles fertig sein. Und da sagt selbst der Senat: "Das schaffen wir nicht mit der U5," "und auch die anderen Baumaßnahmen sind schwierig." Und Sie merken, dass das Nein in Hamburg immer stärker wird. Wir merken es an Infoständen, egal in welchen Stadtteilen. Wir merken es daran, dass es mehr Institutionen gibt, die sagen: "Sagt nein!" Nach dem BUND hat der Naturschutzbund gesagt: Nein. Der Zukunftsrat sagt Nein. Und wo ich gerade das Wort Zukunft in den Mund nehme: Sie behaupten jetzt ja, dass die Kritikerinnen und Kritiker Angst vor der Zukunft hätten. Sie können gerne weiter zuhören. Wissen Sie, wer Angst vor der Zukunft hat und hatte? Das waren Sie alle, die letztes Jahr massiv gegen den Zukunftsentscheid geworben haben. Das nenne ich Angst vor der Zukunft. Und Sie, Sie sind jetzt die Befürworter:innen der Olympischen Spiele. Sie sagen jetzt: "Unsere Zukunft liegt im IOC" – in dem korrupten IOC, das zig Milliarden Euro bei jeden Olympischen Spielen einsteckt. Das nenne ich unverantwortlich und dumm. Und wir merken, dass die Angst bei den Befürworterinnen und Befürwortern steigt. Ganz aktuell gestern hat die Handelskammer eine Umfrage herausgegeben. Alle Medien haben es aufgegriffen: Ein Meinungsumschwung! Und was stellte sich heraus? Diese Umfrage wurde gemacht, bevor der Senat, ich sag mal übertragen, die Hosen beim Finanzkonzept runtergelassen hat. Da gab es angeblich über 60 Prozent Zustimmung. Danach hat der NDR eine repräsentative Umfrage gemacht Ende März. Und da hat die Mehrheit gesagt: "Nein, das wollen wir nicht." Also... Und die Handelskammer hat ja gesagt: "Das machen wir jetzt, weil die Stimmung in NRW auch so gut war." Das nenn ich wirklich Täuschung und Manipulation. Dann versuchen Sie mit großartiger Werbung, die ganze Stadt wird zuplakatiert, an allen Turnhallen, überall hängt irgendwie "Ja zu Olympia". Dann haben wir eine Drohnenshow gesehen, jetzt kommt die nächste Drohnenshow. Alles kein Problem. Sie finden das ja sportlich fair. Das ist ungefähr so, als wenn man das Budget von Bayern München hat, das haben Sie, und es geht jetzt um das Budget von Altona 93. So läuft gerade der Wettkampf ab, und das ist definitiv völlig unsportlich und unfair. Deswegen empfehlen wir allen Hamburgerinnen und Hamburgern: Lassen Sie sich kein X für ein U vormachen! Gucken Sie genau, was passiert in anderen olympischen Städten, was wird Ihnen hier erzählt. Und Sie werden feststellen: Olympische Spiele werden immer wesentlich teurer, als jemals gesagt wurde, durchschnittlich über 140 Prozent. Sie werden feststellen, es gibt keine soziale Entwicklung mit dem IOC und mit Olympia. Und Sie werden feststellen, wenn Sie wirklich für Hamburg was tun wollen, dann können Sie nur Nein sagen. Und das ist auch unsere Empfehlung. Vielen Dank.

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