Marco Schulz
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kollegen. Der Antrag auf Prüfung geeigneter Standorte für Flusskreuzfahrtschiffe greift ein grundsätzlich sinnvolles Anliegen auf. Flusskreuzfahrten sprechen eine kaufkräftige Zielgruppe an und können zur Belebung der Innenstadt führen. Denn Hamburg kann grundsätzlich weit mehr bieten als nur die bekannten innerstädtischen Bummelrouten zwischen Speicherstadt und Elbphilharmonie oder die obligatorische Runde über die Binnenalster. Diese Strecken sind attraktiv. Aber selbst für Touristen, die sich nur einmal im Jahr nach Hamburg verirren, ist das eventuell allmählich zu eintönig. Von daher, neue Wege in die Stadt über den Weg der Flusskreuzfahrten zu generieren, ist ein sinnvoller Ansatz. Und ja, gerade innenstandnahe Anleger können hier natürlich Impulse setzen für Gastronomie, Kultur und Einzelhandel. Ob das hier allerdings am allernötigsten wäre in der Priorität, bleibt mal fraglich. Es fällt halt auf, dass sich die Koalition zumindest wieder ausschließlich gerne auf den Innenstadtbereich konzentriert. Hamburg verfügt aber auch davon abseits über sehr reizvolle Wasserlagen. Die Bille oder auch Teile der Süderelbe in Harburg bieten teils sehr naturnahe Abschnitte mit großem Potenzial für eine behutsame touristische Entwicklung. Und gerade das könnte auch, sage ich jetzt mal, den Besucherstrom deutlich besser auf die Stadtteile verteilen, als wir es derzeit schaffen. Gleichzeitig gilt, wenn wir schon über Schifffahrt hier im Hamburger Parlament sprechen, dürfen wir nicht nur jene betrachten, die Touristen, sondern auch jene, die regelmäßig den Wohlstand nach Hamburg bringen. Und, ja, während für Flusskreuzfahrtschiffe neue Anleger geprüft werden sollen, was wir auch unterstützen, stagniert dennoch weiter beispielsweise die Entwicklung der Binnenschifffahrt – zu wenige Liegeplätze, marode Kaimauern. Die zentralen Infrastrukturfragen haben hier scheinbar nicht die gleiche Priorität wie diese touristischen Aspekte. Das beobachten wir zumindest immer wieder, lassen uns in der Zukunft gerne vom Gegenteil überzeugen. Vielen lieben Dank.
