Peggy Heitmann
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren! Fast die ganze Welt hat verstanden, wie wichtig der Zugang zu günstiger Energie ist. Der Irankrieg hat die Welt in zwei Teile geteilt: diejenigen, die energieabhängig sind, und diejenigen, die energieunabhängig sind. Wo gehören wir denn jetzt eigentlich zu? Welches Land wird wohl zukünftig mehr wachsen? Wir debattieren über grüne Korridore und Offshore-Windparks, die bei Flaute keinen Strom liefern und bei Sturm den Strom verschenken müssen. Dieses Haus verhält sich, als sei das Leben an Ihnen vorbeigegangen. Nur Strom, der im Moment der Erzeugung abgenommen werden kann, trägt zur Versorgung bei. Es gibt noch keine Batterien, die über Tage und Wochen die Stromversorgung unserer Stadt erfüllen könnten. Aber Sie können ja Bescheid sagen, wenn es so weit ist. Den Überschuss bezahlen Sie trotzdem. Über Ostern haben wir über 200 Millionen Euro in drei Tagen für Strom ausgegeben, der nicht abgenommen werden konnte. Weil wir energieunabhängig sind oder weil wir energieabhängig sind, meine Damen und Herren? Für dieses Jahr werden fast 30 Milliarden Euro Strompreissubventionen erwartet, und diese Resolution will das noch steigern. Diese Resolution will aus der Ostsee einen gigantischen Windenergie-Industriepark machen. Er soll von 3,1 auf 19,6 Gigawatt bis 2030 erweitert werden. Sie zerstören damit das Ökosystem der Ostsee für Windenergie, für die Sie in absehbarer Zeit keinen Speicher haben und uns abhängig macht vom Wohlwollen anderer Staaten. Wenn wir nicht schnellstens energieunabhängig werden, werden wir zum Spielball derer, die das Spiel verstanden haben, und zerstören damit auf Jahrzehnte den Wohlstand des Landes. Ich habe das Wort "energieoffen" gehört. Ja, wir sind energieoffen. Wir haben eigenes Gas im Boden. Wir beherrschen Kernkraft, und wir verfügen über Braunkohle. Das müssen wir jetzt nutzen. Wir brauchen... Danke schön. Den letzten Satz hätten Sie noch sagen können. Aber... Danke schön, Frau Heitmann. Weitere Wortmeldungen? Frau Heitmann meldet sich erneut zu Wort. Da ist noch was, genau. Da geht noch was. Warum diese Resolution keine Probleme löst, sondern schafft, konnten wir in den letzten Wochen live in der Ostsee beobachten. Ein Buckelwal strandete vor Timmendorf. Timmy, er hatte ein Stück Geisternetz im Maul. Für Geisternetze ist schon Geld geflossen an NGOs, an den WWF. Sie sollten aus der Ostsee geborgen werden, passiert ist fast nichts. Die NGOs haben nichts getan. Hätten wir's Unternehmen gegeben, das Geld, dann wären wahrscheinlich keine Geisternetze mehr da. Nun ist er gestrandet, unterdessen halten in Timmendorf die zuständigen "Expertinnen", Behörden, Institute und NGOs den Buckelwal wochenlang für einen Finnwal. Das Tier strandet. Ein richtiger Meeresbiologe, kein NGO, der privat helfen wollte, wird von Politik und NGOs vertrieben. Man prophezeit dem Tier lieber den Tod, und man möchte es obduzieren. Erst massiver öffentlicher Druck in den sozialen Medien international haben zu Pressekonferenzen geführt. Buckelwale wie Timmy retten Robben vor Orcas. Doch als Timmy selbst Rettung brauchte, gibt es im Ostseeraum kein Rettungskonzept, und ganz zu schweigen von Experten. Dafür gibt es jede Menge Geisternetze, die Sie auch heute nicht bergen werden in Ihrer Resolution. Ich wollte Sie zum Thema erinnern, aber Sie haben jetzt die Kurve wieder gekriegt. Politik und NGOs sind überrascht, dass die Bevölkerung Handlung und richtige Experten verlangt. Experten werden aber zunehmend durch NGOs und Fachwissen ersetzt, ohne Fachwissen ersetzt. Sie sollen nur Kampagnen gestalten, um Ideologien zu verbreiten, die niemand will und die keine Probleme lösen. Auch diese Resolution will mehr NGOs, vor allem Hamburg möchte mehr NGOs. Es geht Ihnen nicht um die Ostsee, es geht Ihnen nicht um die Tiere. Es geht Ihnen um eine verstärkte Anbindung von Politik an NGOs, und vor allem geht es um das Geld der Steuerzahler, und es geht um Kontrolle. Wer nicht einmal einen einzelnen Wal retten kann, meine Damen und Herren, der sollte nicht erzählen, er könnte den ganzen Ostseeraum retten. Danke schön.
