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Melanie Nerlich

GRÜNE 3:59 min Sitzungen 23/21

Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren, Hamburg hat gerade den Entwurf der kommunalen Wärmeplanung veröffentlicht, und Ende Juni wird das finale Ergebnis vorgelegt. Diese Planung gibt Bürger:innen und Unternehmen Planungssicherheit bei der Dekarbonisierung der Wärmenetze und der individuellen Heizungslösung. Wenn Sie sich die Webseite der Hamburger Wärmeplanung mal anschauen und sich da durch die Karten und durch den Bericht durchklicken, sehen Sie, wie viel Analyse und wie viel Arbeit da reingeflossen ist. Ich möchte das hier auch einmal nutzen, um der Behörde, der BUKEA, wirklich ausdrücklich für ihre Arbeit zu danken, denn in Hamburg wurde bei der kommunalen Wärmeplanung nicht nur Dienst nach Vorschrift, also nach dem Bundeswärmeplanungsgesetz gemacht, sondern es wurde wirklich die Extrameile gegangen. Die Stadt Hamburg hat im Detail analysiert, welche Straßen und welche Viertel für Wärmenetze geeignet sind. Dabei hat sie sich eng mit den öffentlichen und privaten Wärmenetzbetreibern über deren Ausbaupläne und Ausbauoptionen ausgetauscht. Damit diesen Worten auch Taten folgen, hat die Stadt Kooperationsverträge mit den Wärmenetzbetreibern abgeschlossen. Und ja, liebe CDU, in diesem Prozess wurde auch analysiert, ob und – falls ja – welche öffentlichen Gebäude als Ankerkunden für mögliche Wärmenetze dienen können. Das Ergebnis sehen Sie dann zusammengefasst in der Zielszenario-Karte als Herzstück der kommunalen Wärmeplanung. Dort kann jeder Hamburger, jede Hamburgerin für ihre Straße sehen, ob und – falls ja – wann hier ein Wärmenetz hinkommt oder ob es sich um ein dezentrales Gebiet handelt. Dezentrale Gebiete sind die, wo der Ausbau eines Wärmenetzes wirtschaftlich und technisch nicht sinnvoll ist und daher die zukünftige Wärmeversorgung über Wärmepumpen erfolgen wird. Denn – und das ist die Wahrheit, die Sie immer nicht so gerne hören, liebe CDU – Wärmeversorgung über Wärmenetze ist nicht für alle Menschen automatisch immer die günstigere Lösung. Für über 75 Prozent des Hamburger Gebäudebestandes sind Wärmepumpen die bessere Lösung, weil sie effizienter sind und geringere Vollkosten aufweisen. Wir müssen immer schauen, was für die Menschen in ihrem jeweiligen Gebäude die günstigste und wirtschaftlichste Alternative zur erneuerbaren Wärmeversorgung ist. Wenn Sie sich die Karten der kommunalen Wärmeplanung mal in Ruhe anschauen, kann man sich auch das ganz gut selber herleiten. Es gibt zum Beispiel eine sehr interessante Karte, die zeigt die Wärmeliniendichte. Die Wärmeliniendichte beschreibt die Wärmemenge, die ein Wärmenetz pro Leitungslänge transportiert. Wenn die niedrig ist, dann lohnt sich der Netzausbau weniger. Einfach ausgedrückt: Wenn man eine sehr lange Leitung für wenige Häuser legen muss, die ja auch noch einen geringen Wärmeverbrauch haben, verursacht das hohe Kosten und wenig Erträge. Diese hohen Kosten müssen dann von allen Kunden getragen werden, und das führt zu höheren Preisen. Also, Herr Kranig, Sie schreiben in Ihrem Antrag, dass Sie die Bürgerinnen und Bürger vor übermäßigen Einzelinvestitionen schützen wollen. Wir haben hier in Hamburg eine extra Landesförderung für Wärmepumpen zusätzlich zu der Bundesförderung. Und die reißen die Leute uns gerade aus den Händen, eben weil es sich lohnt. Denn, das muss ich Ihnen als Wirtschaftspartei sicher nicht erklären, wenn man berechnen möchte, ob sich eine Investition lohnt, dann schaut man nicht nur auf die Anfangsinvestitionskosten, sondern insbesondere auf die Betriebskosten über die Laufzeit – BWL zweites Semester. Und die Wärmepumpe schneidet heute schon und auch in älteren Bestandsgebäuden deutlich besser ab als die Gasheizung in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Das heißt, was die Bürgerinnen und Bürger wirklich vor übermäßigen Einzelinvestitionen schützen würde, wäre, wenn Ihre Wirtschaftsministerin mal ihren Gas-Lobbyismus zurückfahren würde. Aber zurück zum Kernthema. Wir lehnen Ihren Antrag ab, denn genau das, was Sie beschreiben, ist bereits passiert und fließt in die kommunale Wärmeplanung ein. Vielen Dank.

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