Alske Freter
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Kolleg:innen. 2040, das klingt ehrlich gesagt noch ziemlich weit weg. 2040 wird meine Tochter in etwa so alt sein, wie ich es 2006 gewesen bin. Erinnern Sie sich noch an den Sommer 2006? Ja, ich erinnere mich da sehr gerne dran, persönlich. Denn ich bin damals, ich habe noch in Norderstedt gelebt, aber ich bin trotzdem regelmäßig mit meinen Freund:innen aufs Heiligengeistfeld gefahren zum Public Viewing. Und das war wirklich eine ganz besondere Stimmung in der Stadt und auch im ganzen Land. Ganz Deutschland war im Fußballfieber. Menschen haben friedlich und begeistert auf den Straßen gefeiert, und zwar egal, woher sie kamen, egal, welche Sprache sie sprachen, Herr Thering. Und das war mehr als Sport. Das war ein Gefühl von Zusammenhalt, von Freude. Das war ein Sommermärchen. Und genau dieses Gefühl können wir nach Hamburg holen. Mit den... Mit den Olympischen und Paralympischen Spielen haben wir die Chance, ein neues Sommermärchen zu schreiben, eines, das unsere Stadt für immer prägt. Paris – und das haben wir jetzt schon häufig gehört – hat uns gezeigt, wie das geht. Die Spiele dort waren nicht nur ein Sportereignis, sie waren ein Fest der Vielfalt, der Innovation, der Lebensfreude. Und sie sind ein Beweis dafür, dass die Olympischen Spiele heute anders sind. Sie sind nachhaltiger, inklusiver, näher an den Menschen dran. Aber... Das sollten wir nicht verschweigen, auch in Paris gab es Punkte, die wir so nicht akzeptieren können, die man kritisieren kann, haben wir auch teilweise schon gehört, unter anderem der Umgang mit Obdachlosen. Und das können wir so in Hamburg natürlich nicht akzeptieren. Aber natürlich können wir auch daraus lernen. Ein... Ein weiterer Punkt, den ich noch mal in die Diskussion einwerfen wollte, der jetzt noch ein bisschen zu kurz gekommen ist, ist das Thema, dass wir große Sportveranstaltungen doch nicht den Autokratien überlassen dürfen. Ich persönlich habe die Fußball-WM 2022 boykottiert. Ich habe mir die Spiele nicht angeguckt, obwohl ich das eigentlich sehr gerne tue, und bin jetzt schon wieder am überlegen, ob ich mir die angucken kann. Und wenn wir Sportgroßveranstaltungen wollen, die nachhaltig sind und die die Menschenrechte wahren, dann können wir doch nicht immer sagen: "Ja, aber nicht bei uns", sondern dann müssen wir Verantwortung übernehmen. Ja, da ist auch Reformbedarf, Herr Stoop, beim IOC und bei der FIFA, natürlich. Aber da müssen wir doch Verantwortung übernehmen und sagen: Okay, dann zeigen wir doch mal, wie's gehen kann. So, jetzt läuft mir ein bisschen die Zeit weg. Ich wollte eigentlich noch auf die Kritik zum Finanzierungskonzept eingehen, aber wir haben ja später noch eine ganze Debatte zu dem Thema, deswegen lass ich das jetzt weg. Also: Lassen Sie uns mutig sein. Lassen Sie uns diese Chance ergreifen. Lassen Sie uns ein neues Sommermärchen schaffen! Vielen Dank.
